Bürgermeister Dannhäußer zu den CSU-Vorwürfen gegen ihn und den Stadtrat Bürgermeister wehrt sich gegen CSU-Kritik

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Verbale Ohrfeigen für Bürgermeister Martin Dannhäußer und den Stadtrat hatten mehrere CSU-Mitglieder bei ihrer Ortsversammlung vor Ostern verteilt (wir berichteten). Kritik wurde in Sachen Standort für das neue Feuerwehrhaus, Hämmerlein-Haus, Kinderbetreuung und Abwasser geäußert. „Hier wollen wir einiges klar stellen“, so Bürgermeister Martin Dannhäußer.

Auf dem ehemaligen Suspa-Gelände soll das neue Feuerwehrhaus entstehen. Foto: Ralf Münch Foto: red

Feuerwehrhaus: „Es wurden alle möglichen Standorte genau untersucht“, so Dannhäußer. Und auch die Regierung von Oberfranken habe das Gelände, für das Anfang des Jahres vom Stadtrat die Zustimmung kam – das ehemalige Suspa-Gelände – für sehr gut befunden. Auch in Krisensituationen sei dieser Standort ein zentraler Anlaufpunkt. Der Grunderwerb und die anfallenden Kosten seien bei den anderen Standorten die in der Diskussion waren, wie zum Beispiel gegenüber der katholischen Kirche oder im Gewerbegebiet, wesentlich höher gewesen. Und die Zufahrt von der Neuhofer Straße aus sei schon zu Zeiten seines Amtsvorgängers Harald Mild aus Brandschutzgründen als Feuerwehrzufahrt gewidmet worden, so Dannhäußer. Außerdem werde mit dem Neubau eine Brachfläche revitalisiert. Auch sind Fördermittel aus der Städtebauförderung zu erwarten. „Es ist angedacht, die Zufahrt am Friedhof auszubauen“, sagte der Bürgermeister. Zu dem in der Versammlung gefallenen Vorwurf, es habe „ein Geschmäckla“, dass ein Kreisbrandrat der Architekt sei, stellte Dannhäußer fest: „Das ist unterirdisch.“ Der Architekt, Norbert Thiel, aus Hersbruck, habe sein Büro seit 28 Jahren und sei zudem ehrenamtlich Kreisbrandrat im Nürnberger Raum. Mit solchen Äußerungen werden das Ehrenamt mit Füßen getreten.

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Hier handle es sich nur um eine Notzufahrt, erklärte Feuerwehrkommandant Mario Tauber. Die reguläre Zufahrt sei aber von der Neuhofer Straße aus. „Die gesamte Creußener Feuerwehrführung ist mit dem Standort einverstanden, es gibt in Creußen keinen anderen Standort, der diese Vorteile bietet, wie das ehemalige Suspa-Gelände“, so Tauber. Er habe auch keine Bedenken, dass die Feuerwehr noch mehr wachse. „Ich kann nicht mehr Gerätschaft anschaffen, als ich Aktive habe, die sie bedienen können“, betonte der Kommandant. Außerdem bestehe auf dem geplanten Gelände die Möglichkeit, noch um zwei weitere Stellplätze zu erweitern. Unverständnis äußerte zweiter Bürgermeister Erwin Morba über die Äußerung von Josef Dostal, es habe in Creußen schon öfter „Fachidioten“ gegeben. „Da frage ich mich, wer die bestellt hat“, spielte Morba darauf an, dass Dostal auch Stadtrat und zweiter Bürgermeister war. „Das war absolut unpassend“, so Morba.

Abwasser/Wasser: Der ehemalige Bürgermeister Harald Mild hatte bei der Versammlung seinem Amtsnachfolger in Sachen Abwasser/Wasser „Investitionsstau“ vorgeworfen. „Der Wasserzweckverband ist gut aufgestellt“, stellte Dannhäußer dazu fest. Lediglich die Schüttungen der Quellen seien rückgängig, aber hier laufe bereits eine strategische Weiterentwicklung mit einem vierten Tiefbrunnen. Zum Thema Abwasser sagte der Bürgermeister: „Unterhalt heißt nicht, nur ab und zu was zu reparieren.“ Die kommunale Eigenüberwachungsverordnung schreibe vor, dass der Kanal alle zehn Jahre befahren werden muss, um nach Schäden zu schauen. „Die jetzt festgestellten Schäden liegen aber schon wesentlich weiter zurück“, so Dannhäußer. Mild habe zwar 2009 mit Kamerabefahrungen angefangen, es haben aber keine Sanierungskonzepte vorgelegen. Außerdem seien die wasserrechtlichen Erlaubnisse abgelaufen. Man habe nach Verhandlungen mit der Regierung nun eine Frist bis 2021 bekommen, die gestellten, inzwischen wesentlich aufwendigeren Anforderungen zu erfüllen.

Kinderbetreuung:Zu dem Vorwurf von Harald  Mild, statt 250 000 Euro für die Planung des neuen Feuerwehrhauses auszugeben, sollte die Kommune lieber in Kinderbetreuungsplätze investieren,  sagte Dannhäußer, dass man dies nicht vergleichen könne, da die Förderung aus verschiedenen Töpfen  kommt.  „Mild  hat die Kinderbetreuung in Creußen aufgebaut und wir haben gut weitergemacht“, so der Bürgermeister. Man habe 25 neue Hort- und zwölf neue Krippenplätze geschaffen, dazu noch 40 Plätze in der Mittagsbetreuung. Außerdem gebe es jetzt in Zusammenarbeit mit den Kirchen eine Ferienbetreuung. „Darauf können wir stolz sein“, sagte Dannhäußer. Beim Hort, der in der Schule untergebracht ist, komme man aber räumlich an seine Grenzen, es könne nicht einfach eine vierte Gruppe aufgemacht werden. „Auch der Träger hat langsam ein Kapazitäten- und Personalproblem“, so Dannhäußer.

Hämmerlein-Haus: Kurz äußerte sich Bürgermeister Dannhäußer zu den Vorwürfen in Sachen Hämmerlein-Haus, bei dem jetzt der Garagentrakt abgerissen wurde. Nach einem Treffen des Stiftungsrates will er hierzu noch ausführlich Stellung nehmen. Nur so viel: Die CSU habe immer wieder gedrängt, dass etwas passiere und sei jetzt über den Abriss überrascht. „Der Entschluss dazu ist seit Mitte vergangenen Jahres bekannt, dass die Arbeiten je nach Witterung im Frühjahr stattfinden, wusste der Stadtrat“, sagte Dannhäußer. Den genauen Termin habe auch er erst eine Woche vorher erfahren. Richtig sei, dass die CSU mehrfach den Antrag gestellt habe, dass der Stiftungsrat den Stadtrat ausführlich informieren soll. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt will das Gremium dies aber nicht“, so Dannhäußer. Das sei dem Stadtrat auch mehrfach mitgeteilt worden.