Bürgerinitiative Jurawindpark ist am Ziel Prokon will doch keine Windräder bauen

Von Thorsten Gütling

Erfolg für die Krögelsteiner Windkraftgegner. Wie Hollfelds Bürgermeisterin Karin Barwisch mitteilt, hat das Windkraftunternehmen Prokon seinen Antrag zum Bau von vier Windkraftanlagen bei Krögelstein zurückgezogen. Damit ist ein Schussstrich unter einen jahrelangen Streit gezogen, der den Ortsteil Krögelstein und die Stadt Hollfeld in zwei Lager teilte.

Im April 2013 machten die Krögelsteiner Windkraftgegner erstmals vor dem Rathaus mobil. Jetzt, eineinhalb Jahre später, wähnen sie sich am Ziel. Foto: red

Wolfgang Schimmel, einer der Initiatoren des Widerstands, erfährt vom Kurier von Prokons Rückzug. Absehbar und vernünftig nennt er den Schritt des Unternehmens. Mit dem Stadtratsbeschluss vom 19. Mai dieses Jahres seien Windräder bei Krögelstein schließlich unwirtschaftlich geworden.

Nach der Werbung weiterlesen

Stadtrat macht Anlagenbau unwirtschaftlich

Den Beschluss haben die Windkraftgegner erwirkt. Indem sie die Stadt mittels zweier Bürgerbegehren zum Einlenken bewegten. Ging das erste Begehren noch aufgrund mangelnder Wahlbeteiligung verloren, lenkte der Stadtrat kurz vor dem zweiten ein. Mit einer Zweidrittelmehrheit wurde beschlossen, dass sich die Stadt bei ihren Planungen um einen Bürgerwindpark an die 10-H-Regel halten muss. Bis dahin hätte die Stadt die Regel, wonach der Abstand eines Windrades zur nächsten Wohnbebauung mindestens die zehnfache Höhe des Windrades betragen muss, noch umgehen können. Da die Planungen älter waren als die Regel. Zunächst war daher zwar ausreichend Abstand zur Wohnbebauung von Krögelstein vorgesehen, nicht aber zu den umliegenden Ortschaften Feulersdorf, Buckendorf und Eichenhüll. Dort wurde der Widerstand der Krögelsteiner daraufhin initiiert.

Kampf mit harten Bandagen

Der Streit um den Sinn und Unsinn von Windkraftanlagen entzweite daraufhin den Ort. Transparente von Befürwortern und Gegnern zierten die Häuser und die Ortseinfahrt von Krögelstein. Flugblätter, auf denen Stadträten und Bürgermeisterin Karin Barwisch die Verfolgung von Eigeninteressen und undemokratisches Verhalten vorgeworfen wurden, waren im Umlauf. Im Landratsamt ging eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Barwisch ein. Bei der Abstimmung enthielten sich schließlich Stadträte, weil sie sich bedroht unter Druck gesetzt fühlten.

Jetzt soll wieder Frieden einkehren

Bleibenden Schaden soll der Streit aber nicht hinterlassen. "Für uns war das Kapitel schon nach dem Stadtratsbeschluss erledigt", sagt Schimmel. "Wir haben unsere Plakate abgehängt, damit wieder Frieden einziehen kann." Daran, dass jetzt ein anderer Investor Windräder bei Krögelstein baut, glaubt Schimmel nicht. Neben Prokon und der Stadt Hollfeld hatte sich auch die Firma Newen mit Sitz in Thurnau für die Hollfelder Vorrangfläche interessiert. "Es handelt sich um eine Schwachwindgebiet. Wir gehen davon aus, dass das jetzt der Schlusspunkt ist", sagt Schimmel.