Das Ergebnis:Die Mehrheit der Bischofsgrüner ist für den Bau eines Feriendorfes auf der sogenannten Bräuhauswiese in der Birnstengeler Straße – und bestätigt damit die Meinung, die Bürgermeister Stephan Unglaub (SPD) und der Gemeinderat hatten. 

Der Weg für das Vorhaben der W&N Immobiliengruppe aus Dachau ist nun frei. Sie will einen Ferienpark mit 17 Ferienhäusern bauen und rund fünf Millionen Euro investieren. Die Ferienhäuser sollen in massiver Holzbauweise entstehen und unter anderem mit Sauna, Kamin und teilweise mit Whirlpool ausgestattet werden. Zehn Jahre lang sollen sie mindestens vermietet werden; danach können sie von den Besitzern selbst genutzt werden. 

Diese Argumente gab es im Vorfeld der Wahl

Der Gemeinderat stimmte stets einstimmig für das Projekt. Als sich dagegen eine Bürgerinitiative bildete, initiierte das Gremium ein Ratsbegehren. Die Befürworter halten das Feriendorf für einen „wesentlichen Mehrwert für die touristische und gewerbliche Entwicklung des Orts“. Und der Verkauf des Grundstücks spült wohl einen mittleren sechsstelligen Eurobetrag in die Gemeindekasse. 

Die Gegner des Projekts sind nicht gegen den Ferienpark an sich, aber am geplanten Standort. Die Bräuhauswiese ist ein geschütztes Biotop, Teil des Naturkurparks und damit „notwendiger Bestandteil des Heilklimatischen Kurorts“. Als solche entfalte sie einen höheren Wert für den Ort als durch eine Ferienhaussiedlung. Man hätte andere Nutzungsmöglichkeiten prüfen müssen, bemängeln sie. 

Die Gegner zogen trotz des Ratsbegehrens ihr Bürgerbegehren durch und sammelten 300 Unterschriften. Am Sonntag standen drei Fragen zur Abstimmung: die des Ratsbegehrens, die des Bürgerbegehrens und eine Stichfrage – für den Fall eines Unentschiedens. 

Von 8 bis 18 Uhr konnte gewählt werden. Das vorläufige amtliche Endergebnis verkündete Abstimmungsleiter Rainer Pedall um 19.11 Uhr: Die Frage des Ratsbegehrens, ob ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll, beantworteten 690 Wähler mit ja (75 Prozent), 233 (25) mit nein. 33 Stimmen waren ungültig. Zur Frage des Bürgerbegehrens, ob die Bräuhauswiese dauerhaft unbebaut bleiben soll, sagten 251 ja (31 rozent) und 561 (69) nein – bei 144 ungültigen Stimmen. Bei der Stichfrage waren 685 für das Feriendorf und 254 dagegen. Ungültig: 17 Stimmen. Die erforderlichen Wählerzahlen wurden problemlos erreicht.

Die Reaktionen nach der Abstimmung der Bürger

Bürgermeister Unglaub reagierte erfreut auf das Ergebnis. „Die Bürger hatten genug Argumente von allen Seiten an der Hand, um sich zu entscheiden.“ Fast 60 Prozent Wahlbeteiligung hätten gezeigt, dass man sich für das Thema interessiert. „Ich freue mich über dieses demokratische und klare Signal der Bürger. Nun sind wir dort, wo wir im August 2019 hätten sein können. Jetzt geht der Blick nach vorne und es geht mit Ruhe und Bedacht an die Konkretisierung.“ 

Manfred Nelkel, Anwohner der Bräuhauswiese und Mitinitiator des Bürgerbegehrens, zeigte sich trotz der Niederlage zufrieden. „Wir haben das Bürgerbegehren ins Leben gerufen, um zu zeigen, dass es nicht nur um vier anliegende Familien geht.“ Die Entscheidung „akzeptieren wir als gute Demokraten voll und ganz“. Nelkel wolle die Entwicklungen nun beobachten. „Ich hoffe, dass alles gut umgesetzt wird und wir als Anwohner nicht irgendwann auf Leerstände blicken.“ Auch Feriendorf-Gegner Hans Liesenhoff sagte: „Das Ergebnis hat gezeigt, dass es nicht nur um Einzelinteressen ging, sondern eine größere Zahl Bürger sich unserer Meinung anschloss.“ Die faire Entscheidung werde „akzeptiert“.