Bürger sollen darüber abstimmen, wo ihre Kinder in die Schule gehen sollen Haager Schulstreit: Frist ist verlängert

Von Sarah Bernhard
Die Schreezer fordern in einem Bürgerbegehren, dass alle Haager Kinder künftig in Bayreuth in die Schule gehen. Bald können die Bürger darüber abstimmen. Foto: Ralf Münch Foto: red

Der Streit um die passende Schule hat Haag gespalten. Am heutigen Dienstag geht er in die nächste Runde: Der Gemeinderat entscheidet, wann die Bevölkerung befragt wird. Wir sprachen mit Bürgermeister Robert Pensel über Wahlchaos, verbohrte Bürger und darüber, warum der Streit mit einer solchen Härte geführt wird.

 
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Rückblick: Ende vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat beschlossen, dass die Haager Grundschüler nach Creußen, die Mittelschüler nach Bayreuth gehen. Die Schreezer, deren Kinder bisher Bayreuther Schulen besuchen, starteten aus Protest ein Bürgerbegehren: Künftig sollen alle Kinder nach Bayreuth. Die Gemeinde will gleichzeitig mit diesem Bürgerbegehren ihre eigene Entscheidung in einem Ratsbegehren zur Diskussion stellen.

Herr Pensel, spätestens am 3. April müsste laut Gemeindeordnung abgestimmt werden. Klappt das?

Robert Pensel: Weil an diesem Wochenende Konfirmationen und Schulferien sind, haben wir die Antragsteller gebeten, die Frist zu verlängern. Sie waren einverstanden.

Die Idee, über Bürger- und Ratsbegehren gleichzeitig abzustimmen, hat schon in Hollfeld Chaos verursacht, weil sie zu kompliziert war. Was erhoffen Sie sich?

Pensel: Erstens bekommt der Gemeinderat Feedback, ob er mit seiner Entscheidung wirklich so falsch liegt. Zweitens haben wir nunmal so entschieden, jetzt müssen wir über diese Alternative auch abstimmen lassen.

Die Schreezer fordern nicht, den Status-Quo beizubehalten, sondern dass alle Kinder in Bayreuth in die Schule sollen. Verstehen Sie diesen Schritt?

Pensel: Eigentlich nicht, weil der Gemeinderat den Vorschlag, alle Kinder nach Bayreuth zu schicken, einstimmig abgelehnt hat. Auch die Schreezer Räte waren also eindeutig dagegen.

Warum wird überhaupt so emotional diskutiert?

Pensel: Schwierig zu sagen. Das sind eigentlich die Sünden der Vergangenheit. Das Thema ist immer wieder aufgekocht und nie richtig angegangen worden.

Ist es noch möglich, die Gräben zwischen Schreezern und Haagern zu schließen?

Pensel: Hängt davon ab, was bei der Abstimmung rauskommt. Wenn alle nach Bayreuth gehen, und die Schreezer zufrieden sind, ist es möglich.

Wenn die Entscheidung gefallen ist, wann geht es weiter?

Pensel: Unabhängig vom Ausgang des Entscheids müssen auch noch verschiedene Institutionen befragt werden, etwa die Regierung. Das wäre sowieso nicht von heute auf morgen gegangen. Wenn Einigkeit herrscht, könnte in diesem Jahr eine Entscheidung fallen. Laut dem bisherigen Vertrag mit den Bayreuther Schulen würde das Ergebnis zum darauffolgenden Schuljahr greifen, also 2017/18.

 

Die Sitzung des Haager Gemeinderats beginnt am Dienstag um 19 Uhr.

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