BTS-Hockey-Frauen Ein Coup für die Geschichtsbücher

Der Truppe von Coach David Lörken reicht bei Eintracht Frankfurt eine knappe 2:3-Niederlage, um den größten Erfolg des Bayreuther Damen-Hockeys zu feiern. Nun will das Team in der Regionalliga Süd für Furore sorgen.

 
Schließen

Diesen Artikel teilen

Nein, eine bloße Formsache war das Relegationsrückspiel zum Aufstieg in die Regionalliga Süd nicht. Die Hockey-Frauen der Bayreuther Turnerschaft ließen bei der Frankfurter Eintracht aber auch nichts mehr anbrennen. Nach dem 4:0-Hinspielerfolg reichte der Mannschaft von Trainer David Lörken am Riederwald in Frankfurt eine seriöse Vorstellung, um den größten Erfolg in der Geschichte des Bayreuther Frauen-Hockeys einzutüten. Dass am Ende eine 2:3 (1:1)-Niederlage zu Buche stand, tat der Freude über den Coup, dem Durchmarsch von der Verbandsliga in die dritthöchste Spielklasse, keinen Abbruch.

Mit dem Ziel Klassenerhalt in der Oberliga an den Start gegangen, mischt der kürzlich gekürte Meister nun mit auf süddeutscher Ebene. Hanau, Stuttgart, Heidelberg, Frankenthal oder Wiesbaden – so heißen künftig die Reiseziele der jungen BTS-Truppe, die als einzige die bayerischen Farben in der Regionalliga Süd vertreten wird. Dass der Aufwand – auch der finanzielle – ab dem kommenden Frühjahr noch ein Stück weit größer sein wird, schreckt den BTS-Coach nicht. Man werde auch dieses Abenteuer meistern, Sponsoren suchen und dieses im Kern unveränderte Team bestens vorbereiten, sagt er. Rein sportlich hat Lörken gar keine Bedenken. „Wir sind in unserer Entwicklung noch gar nicht fertig. Da kann schon noch was gehen. Den Regionalliga-Klassenerhalt halte ich für absolut realistisch.“

Das Rüstzeug für die dritthöchste nationale Liga zu haben, diesen Nachweis erbrachte das BTS-Team auch in Frankfurt mit einer engagierten, über weite Strecken konzentrierten Vorstellung. Dass die Köpfe in den letzten Minuten dieses Rückspiels schon in Richtung Aufstiegsfeierlichkeiten gingen und der allerletzte Fokus fehlte, wollte Lörken seiner Mannschaft gar nicht verübeln. Zumal aus seiner Sicht auch Fehlentscheidungen der Referees dazu beigetragen hatten, noch auf die Verliererstraße geraten zu sein. Jule Frink und Hannah Kraus hatten die Bayreutherinnen mit 1:0 und 2:1 in Front gebracht, ehe zwei Konter der Gastgeberinnen doch noch in einen insgesamt recht schmeichelhaften Eintracht-Sieg mündeten.

Den BTS-Frauen konnte es am Ende egal sein, sie feierten den größten Erfolg ihrer Abteilung gebührend. „Das Coole ist, dass diese junge Truppe, die ja so schon seit zwei, drei Jahren zusammenspielt, zu großen Teilen aus Einheimischen besteht. Das ist das Bemerkenswerte, dass der Erfolg aus dem Verein herauskommt und nicht von Externen geschafft wurde“, sagt Lörken, der selbst zu den wenigen Externen im Team zählt. Der Vater des Erfolgs, übrigens selbst erst 22 Jahre alt, ist gebürtiger Aachener und zu Studienzwecken nach Bayreuth gekommen. Sein Studium Philosophy and Economics hat er zwar fast abgeschlossen, er will aber auch seine weitere akademische Karriere in Bayreuth vorantreiben, so dass er der BTS-Hockey-Abteilung noch länger erhalten bleiben wird.

Wie weit es mit seiner Mannschaft noch gehen wird, darüber mag er jetzt nicht spekulieren. „Wir sind ja gerade erst aufgestiegen und damit auch sehr zufrieden. Was mit dieser Mannschaft mittelfristig möglich ist? Sicherlich einiges“, sagt der Coach, der zu Saisonbeginn schon mit dem Oberliga-Klassenerhalt „hochzufrieden“ gewesen wäre. „Irgendwann auf halber Strecke haben wir dann aber gemerkt, hoppla, da geht ja vielleicht doch etwas mehr.“ Ob diese defensive Herangehensweise zu einem erneuten Coup in der kommenden Saison führen könnte? Das sei sehr unwahrscheinlich, sagt Lörken. Ausgeschlossen ist es aber nicht.

Autor

Bilder