32 Minuten Beifall
Die letzte „Götterdämmerung“ im letzten Jahr des „Rings“ von Frank Castorf: Andreas Rosar auf der Bühne, Catherine Foster daneben, mit Krücken und im Rollstuhl. Eine Leistung, die das Publikum am Ende mit langem, langem Beifall belohnte: 32 Minuten! Rosar erlebte die beiden Akte davor im glitzernden Pailettenkleid und als Gefühlsmixtur: „Ein Schimmer Melancholie, aber auch gelöste Heiterkeit.“ Eben wegen des Abschieds vom „Ring“, aber auch wegen des Umstands, als männliche Brünnhilde sein Bayreuther Bühnendebüt zu erleben. „Hinterher fiel mir ein, dass ich nervös hätte sein müssen“, sagt Rosar, der ausdrücklich seinen Kollegen dankt. „Wenn man ein Stück so oft gesehen hat, kennt man es schon“, sagt er, „nur ist es auf der Bühne etwas ganz anderes.“ Jedenfalls ließ man Rosar nicht allein: Solisten und Chor gaben dem Neuen Fingerzeige, die Damen des Chors empfingen ihn sogar mit einer Flasche Wasser. „Von Kostüm und Maske bis zu den Sängern auf der Bühne – wie die Leute hier zusammenhelfen, ist einzigartig.“