Auch CSU-Chef Markus Söder sieht derzeit keinen Bedarf für eine Festlegung bei der Kanzlerkandidatur. "Das entscheiden CDU und CSU zu gegebener Zeit", antwortet er gebetsmühlenartig auf entsprechende Fragen. Da er selbst jedoch nach eigener Aussage keinerlei Ambitionen hat und AKK sehr schätzt, dürfte Söder die Saarländerin unterstützen. Doch in der CSU halten viele den größten Widersacher von Kramp-Karrenbauer im Kampf um die CDU-Spitze, Friedrich Merz, eigentlich für den besseren Kanzlerkandidaten.
Nicht nur Brinkhaus sorgt für Aufregung in der CDU - auch die ultrakonservative Werte-Union gießt mal wieder Öl ins Feuer. Der Chef dieser Unions-Splittergruppe, Alexander Mitsch, fordert eine Urwahl des Kanzlerkandidaten durch die Mitglieder. Viel Rückhalt bekommt Mitsch dafür allerdings zunächst nicht. In der Union wurde ihm unter anderem entgegen gehalten, eine solche Mitgliederbefragung sei schon deshalb nicht so einfach, weil die kleine Schwesterpartei CSU dann womöglich nicht ausreichend eingebunden werden könnte.
Eine glasklare Meinung zu all dem hat Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz parat. Was mache die CDU beispielsweise, wenn es nicht zwei, sondern drei Kandidaten bei einer Urwahl gebe - und das Ergebnis nicht eindeutig ausfalle, fragt er rhetorisch am Rande einer Buchpräsentation in Köln. Und zur Kandidatendebatte hat er nur die Worte übrig: "Das ist eine völlig irre Diskussion. Punkt."