Brief von Carl Steiner „Bereit für einen neuen Weg“

Nach vorne gehen die Blicke bei Medi Bayreuth: Alleingesellschafter Carl Steiner (rechts) und Geschäftsführer Johannes Feuerpfeil (links) sind nun wieder zuversichtlich für die neue Saison. Foto: Imago Images/Peter Kolb

Nachdem die schwierige Saison in der Basketball-Bundesliga überstanden ist und der Name Medi Bayreuth für ein weiteres Jahr bewahrt wurde, sieht Alleingesellschafter in einem offenen Brief wieder zuversichtlicher in die Zukunft seines Klubs: „Wir sind bereit für einen neuen Weg.“

Mit der Vereinbarung, die ein weiteres Jahr den Namen „Medi“ absichert, hat der Bundesliga-Standort Bayreuth einen großen Schritt in die Zukunft gemacht, aber noch nicht alle Schwierigkeiten überwunden. Diesen Eindruck vermittelt Alleingesellschafter Carl Steiner in einem offenen Brief auf der Internetseite des Klubs. „Dennoch wird sich vieles verändern, verändern müssen“, schreibt er abschließend. „Wir sind bereit für einen neuen Weg.“

Steiner erinnert dabei noch einmal an die außergewöhnlichen Probleme in der abgelaufenen Saison: „Nach Lockerungen im Sommer 2021 hatten wir darauf gehofft, ab September endlich wieder eine normale Saison 2021/22 spielen zu können. Wir hatten auf die Chance gehofft, uns nach der angekündigten Beendigung der Zusammenarbeit mit unserem Haupt- und Namenssponsor Medi, uns anderen potenziellen Hauptsponsoren live in der Halle präsentieren zu können.“

Auf die stärkste Karte gesetzt

Daher habe man „auf unsere stärkste Karte gesetzt“ und wollte die Voraussetzungen schaffen für eine Spielzeit „mit viel Emotion und Leidenschaft“. Dazu habe die Verlängerung der Zusammenarbeit mit Trainer Raoul Korner gehört sowie „die erstmalige Verpflichtung eines zwölf Spieler umfassenden Kaders, darunter gleich mehrere gestandene Bundesligaprofis“.

Man sei sich mit vielen Experten und Fans einig gewesen, „dass dieses Team nicht nur auf dem Papier sehr gut aussah, sondern auch auf dem Parkett eine gewichtige Chance haben könnte, um die Playoffs mitzuspielen.“

Diese Hoffnungen seien jedoch durch anhaltende Auswirkungen der Pandemie und das ungewöhnliche Verletzungspech zunichte gemacht worden: „Leider gab es zu viele Faktoren, die immer wieder bereits Geplantes über den Haufen warfen und stattdessen ein Improvisieren nahezu permanent erforderlich machten.“

Unter diesen Umständen habe man sich aber mit viel Engagement in allen Bereichen doch „wacker geschlagen“. Der Erfolg der Mannschaft beim Schließen der personellen Lücken habe auch „die eventuelle Notwendigkeit einer Nachverpflichtung kaschiert, die uns einen zusätzlichen sechsstelligen Fehlbetrag für die jetzt vor uns liegende Saison eingebracht hätte“.

Pandemie erschwert Sponsoren-Kontakt

Als noch nachhaltiger schildert Steiner aber die unvorhergesehenen Probleme im wirtschaftlichen Bereich: „Die im Freistaat besonders strenge Infektionsschutzverordnung machte Sponsoreneinladungen zu Heimspielen nicht möglich, und viele bereits vereinbarte Termine mussten wieder abgesagt und Unternehmen vertröstet werden.“

Als die Pandemie-Regeln dann wieder mehr Zuschauer in der Oberfrankenhalle gestatteten, habe Russlands Überfall auf die Ukraine neue Schwierigkeiten verursacht: „Verständlicherweise herrschte im wirtschaftlichen Bereich schlagartig hohe Verunsicherung, und Partner sowie Potenziale waren direkt davon betroffen. Selbst weit gediehene Gespräche wurden erst einmal auf ,hold’ gesetzt und terminierte Gespräche nochmals verschoben. Bei nahezu allen Unternehmen herrschte erst mal die Vorsicht und damit keine kurzfristige Entschlossenheit.“

Das habe auch zur Folge gehabt, „dass bis zu unserem letzten Spiel der Saison 2021/22 kein Abschluss für Nachfolge-Etats der bisherigen Beträge der Firma Medi erfolgen konnte.“

Nerven nicht verloren

Nachdem diese Hürde nunmehr überwunden wurde, sieht sich Steiner insgesamt bestätigt: „Wir haben die Ruhe bewahrt und trotz aller Schwierigkeiten auch die Nerven nicht verloren.“

Von jetzt an werde der Blick nur noch nach vorne gerichtet: „Die Organisation hat in den zurückliegenden Monaten verschiedene Szenarien erarbeitet, mit denen wir ab der kommenden Saison in den Bundesliga-Spielbetrieb gehen und welche wir nach Finalisierung der Öffentlichkeit präsentieren werden.“

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