Brauerei-Neubau Fronten bleiben verhärtet

Mit einem umfangreichen Fragenkatalog sind die Mitglieder der Initiative Stadtgrün Oberobsang in den Erörterungstermin bezüglich des Brauereineubaus der Brauerei Maisel ins Rathaus gekommen. Überzeugen konnten sie die Antworten der Verwaltung nicht. Foto: Gunter Becker

Wie ist der aktuelle Sachstand bezüglich des Baues einer neuen Brauereistätte durch die Brauerei Maisel? Bei einem Erörterungstermin im Rathaus am Donnerstagabend waren die Fronten schnell geklärt: Auf der einen Seite die Gegner, auf der anderen die Stadtverwaltung. Dazwischen ein tiefer Graben.

Näher gekommen sind sich die Mitglieder der Initiative Stadtgrün Oberobsang und die Stadt Bayreuth. Allerdings nur räumlich. Am Donnerstagabend trafen sich rund 40 Anlieger einer geplanten neuen Braustätte der Brauerei Maisel auf einer Gewerbefläche am Ortsausgang in Richtung Heinersreuth und Vertreter der Stadtverwaltung mit Oberbürgermeister Thomas Ebersberger an der Spitze im Rathaus zu einem Erörterungstermin. Nach eineinhalb Stunden ging man auseinander. Fazit des Informationsaustausches: Die Fronten sind und bleiben verhärtet.

Nach Recht und Gesetz

Auf der einen Seite, der Verwaltung, handelt man getreu der geltenden Baugesetze. Man folgt den Vorgaben, die wiederum auch der Bauherr beachten muss. Ob das Lärm- und Geruchsemissionen sind, die verkehrliche Erschließung des Geländes, Arten- und Klimaschutzmaßnahmen, Abstandsflächen zu den Nachbarn und vieles mehr. Kontrolleure überprüfen die Baustellen.

Es geht alles mit rechten Dingen zu, ließ sich für den unbedarften Zuhörer den Äußerungen von Baureferentin Urte Kelm und dem Leiter des Stadtplanungsamtes Ulrich Meyer zu Helligen entnehmen.

Auf der anderen Seite, der der Ansiedlungsgegner, sucht man nach Argumenten, den Bau zu verhindern. Stellt konkrete Fragen nach zu erwartendenden Emissionen, nach der Lagerung von gesundheitsschädlichen Chemikalien, nach Abstandsflächen und einem Notfallplan, nach der Erschließung und der zu erwartenden Lärmbelästigungen und vieles mehr. Fast 30 Fragen umfasst ein Fragenkatalog, den die Initiative vorab eingereicht hatte. Nicht alle konnten beantwortet werden.

Viele Details noch nicht bekannt

Denn, so Oberbürgermeister Ebersberger: Man befinde sich aktuell mit dem Bebauungsplanverfahren am Anfang des Verfahrens. Viele Details können in dieser Phase von Seiten der Verwaltung noch nicht benannt werden, da sie noch nicht bekannt sind.

Auf der Gegenseite sieht man das anders: Der Verwaltung seien sehr wohl viele Details bekannt, die sie aber absichtlich zurückhalte, lautete der Vorwurf. Der Sprecher der Initiative, Hubert Koths, kritisierte, dass Material wie Fotos und Skizzen zurückgehalten würden, um der Initiative kein genaues Bild der zukünftigen Industrieanlage zu vermitteln. Sein Vorwurf der „manipulativen Darstellung“ wies Ebersberger vehement zurück.

Riesige Menge Trinkwasser

Ein Thema, das nicht nur die Initiative Stadtgrün beschäftigt, sondern auch Menschen in der Ochsenkopfregion wie den ebenfalls anwesenden Warmensteinacher Bürgermeister Axel Herrmann, ist die Nutzung von Trinkwasser. Bis zu einer Million Hektoliter Bier soll die neue Brauerei jährlich produzieren. Pro Liter Bier würden vier Liter Wasser benötigt, hat die Initiative erfahren. Diese riesige Menge Trinkwasser gefährde die Versorgung Bayreuths, sagt die Initiative.

Der Vertreter der Stadtwerke gab Entwarnung. Man könne Maisels Mehrverbrauch ohne Probleme bedienen. Überhaupt mache die von der Brauerei Maisel bezogene Menge nur einen Bruchteil der Wasserversorgung der Stadt Bayreuth aus. Die Stadtwerke würden nur soviel Wasser entnehmen wie sich Grundwasser wieder neu bilde.

Fazit des Abends: Für die Initiative bleibt das Vorhaben überdimensioniert. Ein Projekt, das vor allem viele Ressourcen verbrauche und für dessen Bau die Verwaltung absichtlich ein Gewerbegebiet um das Doppelte vergrößert habe. Ulrich Pfeifer, berufsmäßiger Stadtrat, äußerte sich hingegen lobend über das Projekt. Es handele sich schließlich um die erste klimaneutrale Brauerei.

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