Brandschutzkonzept des Inhabers steht aus – Betreiber bangt um Konzert Bindlach: Rockbunker darf noch nicht öffnen

Von Christina Knorz

Der Rockbunker in Bindlach bleibt geschlossen. Der Inhaber hat immer noch kein Brandschutzkonzept vorgelegt. Der Betreiber der Disko bangt um das Konzert am 25. Oktober. Der Zuständige am Landratsamt kann die Situation „nicht mehr nachvollziehen“.

Auftritt unsicher: Ob die V8Wixxxer aus Offenbach am 25. Oktober im Rockbunker auftreten dürfen, steht noch nicht fest. Das Landratsamt hat die Nutzung der Disko noch nicht genehmigt. Foto: Indevent Foto: red

Diskobetreiber Andy Oliva will seinen Rockbunker als „Magnet für Rockfans im Landkreis“ und braucht das Geschäft auch. Mittlerweile hängt sein Einkommen an dem Projekt, das im August mit einem Auftaktkonzert begann. Oliva konnte aber schon im September nicht einlösen, was ihm wichtig gewesen wäre – ein weiteres Konzert. „Damit die Leute merken, dass wir da sind.“ Doch nach dem Auftakt blieb es im ehemaligen Crazy Down am Bindlacher Berg still.

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Ankündigung nicht gehalten

Das Landratsamt hat verboten, dass Konzerte im Bunker stattfinden, bevor nicht ein Brandschutzkonzept vorliegt (diese Zeitung berichtete). Vor vier Wochen sagte der Inhaber noch, er halte an der Eröffnung im Oktober fest. Doch bisher ist er das Brandschutzkonzept schuldig geblieben. „Bis es nicht vorliegt und das nicht geprüft und umgesetzt ist, bleibt der Rockbunker geschlossen“, sagt Carsten John, Leiter des Geschäftsbereichs Bauen und Umwelt am Landratsamt.

Schlechte Aussichten für das Konzert in eineinhalb Wochen, das als Paukenschlag gedacht war. „In der Rockszene sind die ’ne Nummer“, sagt Oliva. Aber ob die V8Wixxxer am 25. Oktober spielen dürfen, steht nicht fest.

Dritte Treppe

Inhaber Michael Terwart war nicht untätig. Er hat sich Ende September mit dem Bindlacher Feuerwehrkommandanten getroffen und sich beraten lassen. „Es waren hauptsächlich Kleinigkeiten“, sagt Kommandant Markus Strobel. „Die im Brandfall aber keine Kleinigkeiten sind.“ Beleuchtung an Treppen, an Notausgängen, Anzahl und Position von Feuerlöschern. Außerdem habe der Inhaber begonnen, eine dritte Treppe zu bauen. Die sei zwar ursprünglich nicht gefordert gewesen. „Er meinte aber, so sei es sicherer.“

„Eigentlich ist alles fertig“, sagt Betreiber Andy Oliva. Er brauche zwar die dritte Treppe nicht, aber auch die sei weit gediehen. „Was denn für eine Treppe?“, fragt Carsten John vom Landratsamt. Er habe dem Inhaber dreimal gesagt, er solle erst sein Konzept vorlegen und in Rücksprache mit dem Landratsamt nachbessern. „Im krassesten Fall, braucht er die nicht, aber etwas anderes, das er noch nicht weiß.“ Er könne die Situation nicht mehr nachvollziehen. „Wir reiben uns hier schon verwundert die Augen.“

Versprechen halten

Diskoinhaber Michael Terwart will zum Sachverhalt keine Stellung nehmen: „Kein Kommentar.“ Derweil setzt Diskobetreiber Oliva auf ihn und darauf, dass er tut, was er ihm versprochen habe – das Konzept einzureichen.

Carsten John vom Landratsamt kündigt an, die Einhaltung des Brandschutzkonzeptes überprüfen zu wollen. Er gehe natürlich davon aus, dass ein Konzept auch umgesetzt werde. „Aber ein gewisser Kontrolldruck ist nicht verkehrt, er motiviert eher dazu, Forderungen auch umzusetzen“, sagt John. Dass es mit dem Konzert am 25. Oktober langsam knapp wird, sieht er auch. „Wir werden uns Mühe geben, alles zeitnah abzuarbeiten“, verspricht John. Dafür müsse er das Konzept aber erstmal haben.

Auch kann der Betreiber dann erst seine Konzession bekommen, die hängt nämlich an der Genehmigung. Oliva bleibt Optimist. „Ich will mir noch keinen Anwalt nehmen, denn ich setze auf die gute Zusammenarbeit. Sonst weiß ich nicht weiter.“