Brand in Flüchtlingsunterkunft in Nauen war gelegt

Das Feuer in geplanten Flüchtlingsunterkunft im brandenburgischen Nauen ist vorsätzlich gelegt worden.

Die Polizei konnte in der Sporthalle, die in der Nacht auf Dienstag niederbrannte, Spuren von Brandbeschleuniger feststellen, wie der brandenburgische Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD)am Mittwoch mitteilte. Danach kann ein technischer Defekt als Ursache ausgeschlossen werden. "Es handelt sich um einen gezielten Anschlag", erklärte Schröter.

Nach der Werbung weiterlesen

Die Polizei weitete ihre Ermittlungen zwischenzeitlich im Umfeld des Tatortes aus und sichtet auch Videomaterial. Einen konkreten Tatverdacht gab es am Mittwoch noch nicht.

Schröter zufolge handelt sich um den schwersten Anschlag auf eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Brandenburg seit über 20 Jahren. Im Jahr 1992 war ein bezugsfertiges Asylbewerberheim in Dolgenbrodt vorsätzlich in Brand gesteckt und zerstört worden.

In der Kleinstadt Nauen hat es in den vergangenen Monaten wiederholt Proteste gegen die Unterbringung von Flüchtlingen gegeben. Daran beteiligt waren auch Neonazis. Die abgebrannte Turnhalle sollte die erste Notunterkunft für Flüchtlinge im Landkreis Havelland werden. Geplant war eine Unterbringung von bis zu 130 Menschen. Nach dem Jahreswechsel sollten die Flüchtlinge dann in Wohn-Containern untergebracht werden.

afp