Böttgerweg wird doppelte Sackgasse

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Anwohner Dieter Hausmann ist verschnupft: Am Donnerstag fand er im Briefkasten ein Schreiben der Stadtwerke, dass der Weg vor seiner Haustür, der Böttgerweg, am Montag für 14 Tage gesperrt wird. Grund ist die Verlegung von Gas- und Wasserleitung. "Die Information kam viel zu kurzfristig", klagt Hausmann.

Es ist angerichtet: Am Montagvormittag haben Mitarbeiter der beauftragten Baufirma den Verlauf der Grabungen auf dem Asphalt des Böttgerweges aufgesprüht. Foto: Ronald Wittek Foto: red

Das Schreiben war freundlich formuliert, der Inhalt ließ aber Schlimmes befürchten: ab Montag müssten die Anwohner des Böttgerweges mt einigen Einschränkungen rechnen, lasen sie. Denn ihre kleine Straße am Rande des Wohngebietes Storchennest müsse aufgegraben werden. Der Grund: Gas- und Wasserleitung müssen teilweise neu verlegt werden.14 Tage lang würden die Arbeiten dauern, stand da zu lesen.

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Leitungen falsch verlegt

Kurz und knapp gefasst war das am vergangenen Donnerstag in die Briefkästen verteilte Schreiben an die zehn Anwohner des Böttgerweges. Zu knapp für Anlieger Dieter Hausmann. "Wir erhielten keinerlei Informationen darüber, worauf wir uns in den zwei Wochen einstellen müssen", beklagt er. "Keine Infos darüber, wie die Müllabfuhr geregelt wird; keine Infos, ob die Versorgung mit Gas und Wasser unterbrochen werden muss und niemand hat uns mitgeteilt, wie lange die Straße gesperrt wird und ob wir mit den Autos noch zu unseren Grundstücken fahren können", sagt Hausmann. Was ihn aber besonders wurmt ist, dass man ihn und die anderen Anlieger erst so kurz vor Beginn der Bauarbeiten informiert hat.  Und dass sie jetzt die Leidtragenden sind für ein Fehlplanung, die bei der Erschließung der Bauplätze passiert sein muss. Denn die beiden Leitungen für Gas und Wasser seien vor rund 20 Jahren falsch verlegt worden, hat Hausmann zwischenzeitlich herausgefunden. Sie führen im Kreuzungsbereich zu eng an der Bordsteinkante statt in der Mitte der Straße entlang. "Wir müssen jetzt die Planungsfehler der Vergangenenheit ausbaden", sagt Hausmann. Fehler, die bisher niemandem aufgefallen sind, da das Grundstück, an dem die Leitungen knapp vorbeigeführt wurden, bisher nicht bebaut war. Das hat sich vor zwei Jahren geändert, als auf dem Grundstück mit dem Bau eines Wohnhauses begonnen wurde. Im Zuge dieser Bauarbeiten wurde man auf die Fehlplanung aufmerksam. Die für den Leitungsbau zuständigen Stadtwerke mussten schnell handeln.

Keine große Sache

Wo der Fehler in der Vergangenheit liegt, konnte der Sprecher der Stadtwerke, Jan Koch, gestern nicht auf die Schnelle ermitteln. Eine Betriebsversammlung im Hause ließ die zuständigen Mitarbeiter unerreichbar werden. Nur soviel wollte Koch mutmaßen: Dass es bei der Grundstückeinteilung mal eine Veränderung gegeben könnte, und zwar nach der Verlegung der Versorgungsleitungen. Deshalb müssten diese jetzt neu verlegt werden. "Ds ist keine große Sache und wird bei uns nur als kleine Baumaßnahme geführt. Trotzdem wollen wir die betroffenen Anwohner so wenig wie möglich belasten. aber ganz ohne geht es eben auch nicht", sagt Koch.

Hausmann hat Verständnis für diese Baumaßnahme. Ein bisschen sauer aber ist er trotzdem. Denn schon während der Bebauung dieses Grundstücks in den vergangenen zwei Jahren hätten die Anlieger diverse Einschränkungen hinnehmen müssen. So hätten große Fahrzeuge immer wieder den Weg versperrt, beklagt Hausmann. Jetzt werde ihnen der Weg sogar für längere Zeit gleich vollständig versperrt.

Platten auf den Gruben

Alles halb so wild. Vorausgesetzt die Anlieger stehen früh auf. Falls sie ihre Autos noch vor Arbeitsbeginn aus der Gefahrenzone fahren wollen, müssen sie bis 7 Uhr den Böttgerweg verlassen haben. Die Rückkehr ist erst nach Arbeitsende gegen 18 Uhr möglich. Dann werden die Baugruben mit Stahlplatten abgedeckt, so dass die Zufahrt zu den Anwesen möglich ist, heißt es bei den zuständigen Stadtwerken.  Womit die Anlieger noch rechnen müssen?  Dass ihnen mal für die eine oder andere Stunde Wasser und Gas abgedreht werden. Zumindest solange, bis ein Provisorium eingerichtet ist.

Um die Leerung ihrer Mülltonnen müssen sich die Anwohner hingegen keine Sorgen machen. "Es ist alles geregelt", sagt der Leiter des Bauhofes Bernd Sellheim. Bei kürzeren Baumaßnahmen wie im Böttgerweg holen die Mitarbeiter der Müllabfuhr die Tonnen aus dem Baustellenbreich zu einem Sammelplatz und bringen sie auch wieder zurück. Bei längerer Dauer kümmern sich, so Sellheim, die Baufirmen darum, dass die Mülltonne entleert werden können.