Börsengang steht an Senivita-Tochter will Kapital einsammeln

Die Senivita-Gruppe mit Sitz in Bayreuth ist in den Geschäftsbereichen Altenpflege, Behindertenhilfe,
Kinderkrankenpflege und Bildung aktiv. Foto: Florian Miedl

BAYREUTH. Die Senivita Social Estate soll noch 2019 an die Börse. Das hat das Unternehmen nun bekräftigt. Zuvor hat ihm die Mutter einen Forderungsverzicht in Millionenhöhe gewährt.

Kapital will die Senivita Social Estate (SSE) noch dieses Jahr an der Börse einsammeln. Im Vorfeld hat die Mutter (Senivita Sozial gGmbH) der Tochter SSE einen Forderungsverzicht von 13,5 Millionen Euro gewährt.

Aus Sicht des Unternehmens ist dies ein Beitrag zur „Rekapitalisierung“ der SSE, die neue Pflegeheime baut und im letzten Jahr 10,4 Millionen Euro Verlust geschrieben hatte. Im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte die SSE ein positives Ergebnis verkündet.

Auch die WKK Dienstleistungen GmbH & Co. KG, bei der Senivita-Chef Horst Wiesent Gesellschafter sein soll, gewährte der SSE einen Forderungsverzicht in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Das zum Ende des ersten Halbjahres 2019 noch negative Eigenkapital von 9,8 Millionen Euro sei damit mehr als ausgeglichen worden, so das Unternehmen. Die SSE AG verfüge damit wieder über ein positives Eigenkapital.

Die Senivita Social Estate AG zählt sich selbst zu den führenden Entwicklern von Pflegeimmobilien in Deutschland. Das Geschäftsmodell umfasse die Planung, Realisierung und Vermarktung von Pflegeimmobilien, die auf Basis des Konzepts Altenpflege 5.0 betrieben werden. Es handele sich dabei um eine Kombination aus mehreren, modularen Dienstleistungselementen: Seniorengerechtes Wohnen, Pflege in der eigenen Wohnung und Tagespflege.

Ein Unternehmenssprecher bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung den für dieses Jahr geplanten Börsengang. „Das soll dieses Jahr noch passieren. Die Planungen laufen.“ Wie viel Kapital die SSE über die Börse einsammeln will, konnte der Sprecher nicht sagen.

Angesprochen auf das im Moment durchwachsene Börsenklima sagte der Sprecher, der Bereich Immobilien und Pflege würde von immer mehr Investoren entdeckt. Auch große Kapitalsammelstellen würden sich hier engagieren.

Die SSE hat eine 50 Millionen Euro schwere Wandelanleihe zu 6,5 Prozent mit Fälligkeit im Mai nächsten Jahres laufen. Die Anleihe sei bisher immer pünktlich bedient worden, so der Sprecher. Mit dem Börsengang wolle man auch die Anleihe attraktiver machen und dem Unternehmen Spielraum für neue Immobilienprojekte verschaffen. Die genauen Bedingungen für die mögliche Wandlung in Aktien würden noch festgelegt.

Die Senivita Sozial gGmbH, die als Dachgesellschaft fungiert, u. a. drei Pflegeeinrichtungen für schwerstbehinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreibt und 50 Prozent an der SSE hält (die andere Hälfte gehört dem Baukonzern Züblin) hat Ende Juni eine erste Teilzahlung der nachzuholenden Genussscheinvergütung (für 2017) in Höhe von 2,0 Prozent angewiesen.

Weitere Nachzahlungen sollen bis Ende des Jahres geleistet werden. Der Sprecher bestätigte auf Nachfrage, dass die Zahlung der am 27. Mai 2019 für 2018 fälligen Genussscheinvergütung erst dann erfolgen kann und darf, wenn die Nachzahlungen für 2017 in vollem Umfang geleistet sind. Die Zahlungen seien immer abhängig von der Geschäftsentwicklung bei Senivita.

Die Senivita-Unternehmensgruppe wurde Jahr 1998 gegründet. Sie beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1300 Mitarbeiter in den Geschäftsbereichen Altenpflege, Behindertenhilfe , Kinderkrankenpflege und Bildung. Die Senivita Social Estate AG wurde 2015 ins Leben gerufen. .

 

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