WASSER: Deutschland ist ein wasserreiches Land. Aber: Monate mit unterdurchschnittlichen Grundwasserständen werden häufiger, vor allem im Nordosten. An 80 Pegeln ist im Sommerhalbjahr der Rückgang der mittleren Abflusshöhe signifikant - die Flüsse führen weniger Wasser. Seen werden wärmer, mit Folgen für Tiere und Pflanzen. Am Bodensee betrug der Anstieg in der Saison März bis Oktober zwischen 1971 und 2017 rund zwei Grad. Auch Nord- und Ostsee erwärmen sich - und die Meeresspiegel steigen. Damit nimmt die Gefährdung durch Sturmfluten zu. Zudem erodieren Küsten, vor allem Bade-Sandstrände mit Brandung.
STÄDTE: Städte bilden "Wärmeinseln", es wird heißer als auf dem Land. Starkregen kann in zugebauten Regionen schlecht ablaufen, immer wieder laufen Gullys über, weil die Kanalisation das Wasser nicht so schnell aufnehmen kann. Stadtplaner und Architekten sollten etwa auf Grünflächen als "kühlende Oasen", gut isolierte Häuser und auf Pflanzen an Fassaden und auf Dächern setzen, heißt es im Bericht.
VERKEHR: Hoch- und Niedrigwasser auf Flüssen machen Schiffen Probleme. 2018 transportierten Binnenschiffe 11,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Aber auch Autofahrer sind betroffen: "Für die winterlichen Gefahren wird dabei für die Zukunft allgemein von einer Abnahme ausgegangen, während es in Frühjahr, Sommer und Herbst u. a. infolge größerer Hitze und vermehrter Starkregen häufiger zu Unfällen kommen könnte", heißt es im Bericht.
ARBEIT: Hitze senkt die Leistungsfähigkeit und steigert die Gefahr von Unfällen. Studien nehmen laut Bericht für hohe Hitzebelastung in Mitteleuropa Produktivitätsabnahmen um drei bis zwölf Prozent an. Demnach arbeiten bis zu drei Millionen Menschen überwiegend oder zeitweise im Freien, wo sie dem Wetter besonders ausgesetzt sind. Sie erbringen "geschätzte 10 bis 15 Prozent der Wertschöpfung der Volkswirtschaft" - hauptsächlich in der Landwirtschaft und der Baubranche, aber auch in der Industrie und im Dienstleistungssektor.
LANDWIRTSCHAFT: Landwirte sind vom Klimawandel besonders betroffen, wenn etwa Dürre die Ernte vertrocknen lässt oder Futter knapp wird. Wenn Apfelbäume früher blühen, kann es Spätfrostschäden geben. Das sich ändernde Wetter könne sich aber auch positiv auswirken, denn die Vegetationsperiode werde länger.
WÄLDER: Manche Baumarten kommen mit Dürre und Hitze nicht klar - die Fichte etwa stehe gerate unter Druck, schreiben die Experten. Insekten wie Borkenkäfer und Krankheitserreger könnten sich ausbreiten. Es werde aber über eine zunehmende Waldbrandgefahr diskutiert, "denn in den kritischen Monaten wird es wärmer und trockener."