Bis 2024 Handwerkskammer investiert Millionen in Bildungszentren

Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Die Berufsbildungs- und Technologiezentren der Handwerkskammer Oberfranken haben schon bessere Zeiten gesehen. Schulungsräume und Werkstätten sind nicht mehr zeitgemäß und mit den Jahren unmodern geworden. Deshalb investiert die Handwerkskammer in den kommenden fünf Jahren kräftig: Rund 52 Millionen Euro plant die HWK bis 2024 für die Bildungszentren ein. 12,7 Millionen Euro davon muss sie selbst aufbringen.

Los geht’s in Hof. Bereits im Frühjahr soll der erste Bauabschnitt für den Teilneubau in Hof beginnen. In Bayreuth soll das BTZ modernisiert werden. 2,2 Millionen Euro veranschlagt Hauptgeschäftsführer Thomas Koller dafür im Haushaltsjahr 2020. Die Mitglieder der Vollversammlung der Handwerkskammer stimmten am Montag zu, in Bamberg ein Grundstück für den geplanten BTZ-Neubau nahe der Brose-Arena für rund 4,5 Millionen Euro zu kaufen.

Wieder ging es auch um das Reizthema BTZ Coburg. Die HWK schließt den Standort. Die Coburger Handwerker haben deshalb bereits Klage eingereicht. Sie wollen das Zentrum retten. „Bei allem Verständnis dafür, dass die Coburger Kollegen für ihr BTZ kämpfen möchten, hat mich dieser endgültige Schritt zur Klage dann doch tief erschüttert. Das hätte ich mir anders gewünscht“, sagte HWK-Präsident Thomas Zimmer bei der Versammlung.

Die Kammer halte am Standort Coburg fest. Coburg soll auf jeden Fall langfristig als zweiter Verwaltungssitz neben Bayreuth erhalten bleiben. „Wir arbeiten weiterhin an einem langfristig finanzierbaren Konzept“, sagte Zimmer. Dazu stellte die HWK bereits das Modell „Innovativer Lernort Coburg“ vor. Die Handwerkskammer geht von einem Investitionsvolumen von 15 Millionen Euro für den Lernort aus.

Die Gegner der Schließung des BTZ fürchten eine enorme Schwächung der dualen Ausbildung. Sie haben Angst, dass das Handwerk für Lehrlinge unattraktiv wird, wenn sie nach Bamberg oder Bayreuth fahren müssen. Zimmer hingegen sieht eine Stärkung der beruflichen und akademischen Bildung durch die Zusammenarbeit mit der Hochschule. Die Basis ist eine gemeinsame Nutzung der Werkstätten.

Um den Bildungsstandort zu erhalten – ohne die Förderung des BTZ Oberfranken West in Bamberg zu gefährden – will die HWK auch ein Bauzentrum in Coburg etablieren. Wie die Maßnahmen finanziert werden sollen, ist noch nicht klar. „Aus eigener Kraft können wir dieses Projekt nicht realisieren“, sagte Zimmer. Die HWK hofft auf eine Förderung durch Bund oder Land.

Die Vollversammlung stimmte mehrheitlich dafür, sich zu beiden Projekten zu bekennen.

 

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