Bindlacher Ortsdurchfahrt Baustellen-Frust wegen Umleitung

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BINDLACH. Autofahrer, die sich nicht an die vorgeschriebene Umleitung halten. Geschäftsleute, denen der Umsatz wegbricht: Die Baustelle in der Bindlacher Ortsdurchfahrt sorgt gerade für doppelten Frust. Dabei wäre alles gar nicht so schwer.

Die Beschilderung ist mehr als eindeutig: Der Bindlacher Bürgermeister Christian Brunner vor der Baustelle, die planmäßig läuft, aber für auf der Umleitungsstrecke für Probleme sorgt: Weil sich Autofahrer nicht an die Umleitung halten. Umgekehrt allerdings sorgt die Umleitung für Frust bei Geschäftsleuten. Foto: Eric Waha Quelle: Unbekannt

Die Bindlacher müssen gerade den Spagat hinkriegen: Die neue Ortsdurchfahrt – zumindest der erste Teil – muss in Rekordzeit neu gestaltet werden. Denn die rund zwei Millionen Euro teure Sanierung und Umgestaltung muss fertig sein, bevor im kommenden Jahr die Hochbrücke in Angriff genommen wird. „Wir warten sehnsüchtig auf das Zeichen der Regierung, dass das Planfeststellungsverfahren starten kann“, sagt Thomas Pfeifer, der Leiter der Bayreuther Dienststelle der Autobahndirektion Nordbayern, am Dienstag auf Kurier-Anfrage. Ziel sei, nächste Jahr mit dem Bau zu beginnen. Dann darf es keine weitere Baustelle geben auf den Umleitungsstrecken, zu denen Bindlach gehört.

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Autofahrer ignorieren die Beschilderung

Das Thema Umleitung ist aber genau das aktuelle Problem. Denn viele Autofahrer ignorieren Beschilderung, die einen Weg um Bindlach herum bedeutet. Oder: Sie wissen nicht, wann sie trotz des Einfahr-Verbots berechtigt sind, auf den für den Verkehr gesperrten Straßen unterwegs zu sein. Im Bindlacher Rathaus, sagt Bürgermeister Christian Brunner, stehe das Telefon seit Beginn der Sperrung der Bayreuther Straße nicht mehr still. „Die Leute rufen ganz massiv an. Eine Frage, die oft kommt: ,Gilt die Sperrung nur für Auswärtige?’“, sagt Brunner. Klare Antwort: „Nein. Die Sperrung gilt für alle, die kein Anliegen haben, da rein zu fahren.“ Das Ziel müsse sein: „Die Bindlacher ebenso wie unsere Straßen vor dem Schleichverkehr zu schützen“, sagt Brunner. „Die Anwohner klagen ebenso: der Verkehr habe zugenommen auf manchen Straßen, es werde zu schnell gefahren.“ Was frustrierend sei – und fast im Minutentakt passiert: „Die Leute fahren einfach rein, fahren vor bis zur Absperrung, und schauen, ob da tatsächlich abgesperrt ist. Dann drehen sie rum.“ Oder rumpeln – noch dreister – einfach durch die Baustelle, weil sie ortskundig sind.

30 Prozent Umsatz weniger beim Bäcker

Die Baustelle ist allerdings auch für die Gewerbetreibenden in Bindlach ein Problem: „Wir haben rund 30 Prozent weniger Umsatz“, sagt etwa der Bäckermeister Thomas Wagner. „Und vermehrt Kunden, die sagen, sie trauen sich nicht herfahren, weil sie Angst haben, 50 Euro Strafe zahlen zu müssen, wenn sie zu uns fahren.“ Viele Kunden aus dem Kulmbacher Land kämen nicht mehr, sagt Wagner. „Und die Bayreuther ebenfalls nicht. Dabei ist die Anfahrt möglich, wenn man weiß, was die Schilder bedeuten“, sagt Wagner.

Wer ein Anliegen hat, kann reinfahren

Das bestätigt nicht nur Bürgermeister Brunner, sondern auch der Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Bayreuth-Land, Thomas Linke. „Wenn jemand zum Bäcker will, dann hat er ein Anliegen. Ebenso, wenn er zum Arzt muss, ein Geschäft aufsuchen oder Bekannte besuchen will.“ Das sei klar über das Zusatzschild „Anlieger frei“ geregelt. „Sinn und Zweck der Sperrschilder allerdings ist, den Schleichverkehr raus zu halten.“ Und in Bindlach gebe es „massiver als in anderen Orten“ die Möglichkeit, sich Schlupflöcher zu suchen, sagt Linke. Deshalb sei die Polizei im Dauereinsatz, um die Anwohner zu schützen. „Bis heute haben wir 40 Verwarnungen ausgesprochen“, sagt Linke. 50 Euro kostet das Missachten des Durchfahrtsverbots für Autos, „100 Euro für Schwerlastverkehr über dreieinhalb Tonnen“. Was Linke wundert: „Wer von Bad Berneck kommt und statt über Bindlach über Allersdorf – wie vorgeschrieben – zum Großen Kreisel fährt, hat lediglich 3,1 Kilometer Umweg. Das ist wirklich nicht die Welt“, sagt Linke.

Baustelle läuft planmäßig

Die Baustelle in der Ortsdurchfahrt wird dabei fast Nebensache. Dabei laufen die Vorarbeiten, wie Christian Brunner sagt, planmäßig. „Die Wasser-Notversorgung steht, der Asphalt ist abgefräst. Bald beginnt die Neuverlegung der Leitungen: Strom, Gas, Wasser, Telekommunikation.“ Der Gemeinderat müsse sich jetzt noch mit der endgültigen Gestaltung befassen.