Sturm mal drei "Ylenia", "Zeynep" und "Antonia" in Oberfranken

Redaktion, Georg Jahreis, Manfred Köhler

Am Sonntagabend und am Montag zog das Sturmtief „Antonia“ über die Region hinweg. Zuvor tobten in der vergangenen Woche "Ylenia" und "Zeynep".

Hof/Wunsiedel/Bayreuth/Kulmbach/Coburg/Kronach -  Sturm, Sturm und nochmals Sturm: Auf "Ylenia" und "Zeynep" folgte "Antonia": Das Sturmtief zog am Sonntagabend und am Montag über Oberfranken hinweg. Bis zum Dienstag entspannte sich die Wetterlage in der Region aber deutlich. Zuvor war es nochmals zu schweren Böen gekommen.

Eine 45-jährige Autofahrerin ist am Montag bei einem Unfall auf der A 72 nahe Köditz leicht verletzt worden. Aufgrund einer heftigen Windböe verlor sie die Kontrolle über Fahrzeug.

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Am Freitagabend war das Sturmtief "Zeynep" über Oberfranken hinweggezogen und hatte zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehren geführt. In Kulmbach stürzte ein Baum auf eine Produktionshalle. Der Schaden an dem Gebäude belaufe sich nach ersten Schätzungen auf rund 100.000 Euro, sagte eine Sprecherin der Polizei. Zwischen 18 und 22 Uhr am Freitag verzeichnete die Polizei in Oberfranken 156 witterungsbedingte Einsätze. Es handelte sich größtenteils um herumfliegende Gegenstände und Bäume und Äste auf der Straße, die zu kleineren Schäden führten. Die Zahl der Feuerwehreinsätze liege noch deutlich höher, da die Polizei nicht bei allen Baumfällarbeiten alarmiert werde, hieß es.

Hofer Raum/Fichtelgebirge: Schwangere Autofahrerin kracht gegen Baum

Das Sturmtief „Zeynep“ hat im Hofer Land keine größeren Schäden angerichtet. Dies teilte Markus Hannweber, Leiter der Intergrierten Leitstelle (ILS) Hochfranken, auf Anfrage unserer Zeitung mit. „Wir können feststellen, dass wir erneut glimpflich durch die Sturmlage gekommen sind“, sagte Hannweber. „In Summe hatten wir bei Zeynep etwas weniger sturmbedingte Einsätze zu verzeichnen, als bei Ylenia.“ Die Sturmlage habe die Region in Stärke und zeitlichem Ablauf wie vorhergesagt getroffen. Im Landkreis Wunsiedel seien die Auswirkungen etwas stärker als erwartet gewesen. Die Einsatzdienste, insbesondere die Feuerwehren und die Betriebs- und Bauhöfe hätten die Lage erneut im Griff gehabt.

Das Allerwichtigste sei es, dass durch „Zeynep“ keine sturmbedingten Verletzten zu verzeichnen gewesen seien. Allerdings sei eine schwangere Autofahrerin, die mit einem umgestürzten Baum kollidierte, vorsorglich vom Rettungsdienst untersucht worden. Ein Transport in die Klinik sei nicht erforderlich gewesen. 

Im Zeitraum von Freitag, 17 Uhr, bis Samstag, 12 Uhr, habe die Integrierte Leitstelle 179 unwetterbedingte Einsätze an die Feuerwehren und 16 Einsätze an Baubetriebshöfe vermittelt. Insgesamt seien 684 Telefonate geführt worden. „Die Bugwelle der Ereignisse, die uns über Notruf mitgeteilt und an die Einsatzdienste vermittelt wurden, hatten wir am Freitag im Zeitraum ab 19.30 Uhr bis 21 Uhr“, berichtete Markus Hannweber.

Der ILS-Leiter weist darauf hin, dass auch in den nächsten Tagen noch der Aufenthalt in den Wäldern lebensgefährlich sein könnte. Der Sturm habe dort Schäden verursacht, die erst in den nächsten Tagen und Wochen beseitigt würden.

Wegen des Sturms war am Freitagabend auf zahlreichen Strecken der Zugverkehr in der Region eingestellt worden.

87 Alarmierungen im Bayreuther und Kulmbacher Raum

Das Einsatzgeschehen in der zweiten Sturmnacht im Bereich der Integrierten Leitstelle Bayreuth/Kulmbach hatte seinen Schwerpunkt in der ersten Nachthälfte. Das berichtet Thomas Janovsky, Pressesprecher des BRK-Kreisverbands Bayreuth. Insgesamt kam es in der Nacht zum Samstag im Leitstellenbereich zu 87 Alarmierungen der Feuerwehr aufgrund von Notrufen. Sechs weitere Einsätze wurden an die örtlich zuständigen Nachbarleitstellen abgegeben.

18 Einsätze betrafen das Stadtgebiet Bayreuth, in 41 Fällen wurde im Landkreis Bayreuth und in 28 Fällen im Landkreis Kulmbach alarmiert. Die Einsätze betrafen ausschließlich umgestürzte Bäume. Zu Verletzten sei es nicht gekommen. Am Samstagmorgen habe der Sturm nachgelassen. Es würden aber weiter vereinzelt umgestürtzte Bäume gemeldet. Wegen der Gefahr herabstürzender Gegenstände oder Äste und nicht mehr standsicherer Bäume empfiehlt Janovsky den Bürgerinnenn und Bürgern, im Freien in nächster Zeit weiterhin besonders vorsichtig sein.

99 Einsätze im Kronacher und Coburger Raum

Im Coburger Raum und im Kronacher Land ist es in der Zeit zwischen Freitag, 17 Uhr, und Samstag, 8 Uhr, zu 99 unwetterbedingten Einsätzen gekommen. Auch dort waren meist Bäume auf die Fahrbahnen gefallen. Besonders oft mussten die Feuerwehren im nördlichen Landkreis Kronach ausrücken. Verletzt wurde niemand, wie ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Coburg am Samstagmorgen berichtet. Wegen Sturmschäden muss eine Kreisstraße im Landkreis Lichtenfels weiter gesperrt bleiben.

Der Landkreis Haßberge kam mit einem blauen Augen davon, auch wenn der Kreis in der Statistik der Integrierten Leitstelle (ILS) Schweinfurt knapp auf dem Spitzenplatz rangiert.

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A9: Lkw-Aufbau landet auf Straße

Mehrere Fahrstreifen der A9 in Richtung München waren am Freitagabend blockiert. Wie die Verkehrspolizei Hof mitteilt, war gegen 20 Uhr ein 59-Jähriger mit einem Lkw in Richtung München unterwegs, als bei Stammbach eine starke Windböe sein Fahrzeug erfasste. Der Windstoß war so stark, dass es den gesamten hinteren Aufbau seines Lkw aus der Verankerung des Fahrzeuges riss und auf die Straße wehte. Der Aufbau blockierte mehrere Fahrstreifen der A9 in Fahrtrichtung München.

Neben Polizeistreifen war die Autobahnmeisterei und die Feuerwehr aus Münchberg für den Einsatz alarmiert worden. Durch tatkräftige Unterstützung der Feuerwehr konnte der Aufbau soweit zur Seite gezogen werden, dass der Verkehr zumindest auf zwei Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbeifahren konnte. Gegen 3 Uhr war die komplette Fahrbahn wieder frei und der Aufbau von einem Abschleppunternehmen geborgen. Der Schaden beträgt mehrere Tausend Euro.

Stromausfall im Fichtelgebirge

In der Gemeinde Höchstädt, Thierstein und Schwarzenhammer im Landkreis Wunsiedel war am Freitagabend der Strom ausgefallen, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mitteilte.

Feuerwehr Bayreuth im Dauereinsatz

Mit den am Freitagabend gegen 19.45 Uhr erneut einsetzenden Sturmböen wurde eine ganze Serie an Einsätzen für die Feuerwehrkräfte im Stadtgebiet Bayreuth losgetreten. Innerhalb von zwei Stunden wurden 15 Einsatzstellen (Stand: 22.00 Uhr) abgearbeitet, mehr als 70 Feuerwehrleute aus mehreren Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Bayreuth befanden sich im Einsatz, wie die Feuerwehr mitteilt.

Sturmbedingte Einsätze gab es im gesamten Stadtgebiet. Dabei handelte es sich hauptsächlich um umgestürzte Bäume, unter anderem an der Oberfrankenhalle. Im Bayernring war ein größerer Baum umgeknickt und gegen ein Wohnhaus gestürzt. Verletzt wurde niemand. Wo es möglich war, entfernte die Feuerwehr die Bäume und Äste. Vereinzelt mussten sich die Kräfte auf Absperrmaßnahmen beschränken. Bis in den frühen Samstagmorgen hinein folgten noch vier weitere Alarmmeldungen zu umgestürzten Bäumen. In der Preuschwitzer Straße musste das abgedeckte Flachdach eines Gebäudes gesichert werden.

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Bayreuth: Baum stürzt vor Auto auf Straße

Glück im Unglück hatte eine 34-jährige Autofahrerin: Vor ihr fiel am Freitag gegen 20 Uhr am Hohenzollernring auf Höhe des Sportparks ein Baum auf die Straße. Die Frau konnte noch rechtzeitig bremsen, wie die Bayreuther Polizei am Samstagmorgen berichtet. Allerdings beschädigte der Baum die Motorhaube erheblich. Die Frau blieb unverletzt. Alle vier Fahrspuren waren blockiert. Die Feuerwehr beseitigte den Baum. Die Verkehrsbehinderungen hielten sich in Grenzen. Am Fahrzeug der Frau entstand ein Schaden in Höhe von 5000 Euro.

Kulmbach: Baum stürzt auf Produktionshalle: 100.000 Euro Schaden

Das Sturmtief Zeynep hat sich auch im Raum Kulmbach am Freitag deutlich bemerkbar gemacht. In zahlreichen Orten des Landkreises ertönten die Feuerwehrsirenen. In der Bierstadt stürzte ein Baum auf eine Produktionshalle. Der Schaden an dem Gebäude belaufe sich nach ersten Schätzungen auf rund 100.000 Euro, sagte eine Sprecherin der Polizei.

Allein im Inspektionsbereich Kulmbach sind nach Angaben der Wache binnen kürzester Zeit acht Alarmierungen eingegangen. In allen Fällen handelte es sich um Bäume, die der Sturm umgerissen hatte und die jetzt Straßen blockieren. Die Wehrleute zahlreicher Feuerwehren waren im Einsatz. Im Kulmbacher Stadtteil Blaich stürzte ein Baum auf ein geparktes Auto.

Nach Angaben der Polizei wurde das Fahrzeug dabei schwer beschädigt. Glücklicherweise befand sich kein Mensch im Wagen, als es zu dem Unglück kam. Acht Einsätze gleichzeitig hatte auch die Stadtsteinacher Polizei am frühen Abend zu bewältigen. In der Nähe des Rathauses in Wirsberg hat der Sturm ein Flachdach abgedeckt, berichtet die Stadtsteinacher Polizei. Dort half die Feuerwehr ebenso wie bei umgestürzten Bäumen in Presseck, Stadtsteinach, Guttenberg und Grafengehaig. Feuerwehrsprecher Yves Wächter war bei einem Einsatz im Bereich Guttenberg vor Ort. Dort hat es laut Wächter gleich mehrere Bäume erwischt.

Ein Verletzter in der Oberpfalz

In der Oberpfalz kam es zu 14 Unfällen, bei denen Autofahrer nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnten und in umgestürzte Bäume und größere Äste fuhren. Ein Mensch wurde dabei leicht verletzt. Insgesamt registrierte die Polizei in der Oberpfalz in der Nacht 83 Verkehrsstörungen, die auf den Sturm „Zeynep“ zurückzuführen sind.

 

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