Bildergalerie Fair-Trade-Markt in Creußen

Hannes Brandner

„Wir wollen mit diesem Markt zeigen, was wir an fairen und regionalen Produkten zu bieten haben“, erklärt Martin Dannhäuser, Creußens Bürgermeister. Und das gelingt der fränkischen Gemeinde: von Bio-Honig und Unverpacktläden, über klassische Fleisch- und Wurstwaren, bis hin zum koreanischen Trendfood Kimchi zeigt der Markt mit über 20 Ausstellern, was die Region in Sachen Regionalität und Fairtrade alles vorweisen kann.

Creußen - Dannhäuser ist stolz auf den Markt, der am Samstag in der Creußener Merzweckhalle stattfand. Für ihn und die Gemeinde ist die Veranstaltung Teil einer langfristigen Idee. Seit 2017 trägt die Gemeinde als erste und bisher einzige im Landkreis den Titel Fairtradetown. Für die Auszeichnung müssen neben einem Stadtratsbeschluss verschiedene Kriterien erfüllt werden, die zeigen sollen, dass die Gemeinde, gemeinsam mit lokalen Vereinen, Initiativen und der Gastronomie nachhaltige Entwicklungsziele verfolgt. „Der Stadtrat will so den fairen Handel ankurbeln, und verhindern, dass wir regionale Produkte aus den Augen verlieren,“ sagt der Bürgermeister.

Dass die Region in dieser Hinsicht gut aufgestellt ist, wird klar, wenn man über den Markt läuft. Einige Verkaufswägen stehen vor der Halle, hier gibt es Kartoffeln, Käse und Fleisch, der Rest der Aussteller präsentiert seine Waren in der Halle. Hier ist die Bandbreite noch größer.

Anton Herzing zum Beispiel verkauft Bio-Honig aus Büchenbach bei Pegnitz. Für die Bio-Zertifizierung wird sein Honig regelmäßig auf die richtige Qualität untersucht und er muss genau darauf achten, mit welchen Materialen seine Bienenstöcke isoliert sind, was die Bienen im Winter zu fressen bekommen, wie eventuelle Schädlinge im Stock bekämpft werden, und dass die Bienenstöcke naturnah positioniert sind. Naturnähe ist für Herzing sowieso Kernthema, nicht nur bei seinem Honig selbst. „Mein Hauptziel ist es eigentlich Kinder und Jugendliche mehr in die Natur einzubinden.

Bereits seit 20 Jahren engagiert sich der Imker deshalb in der Kinder- und Jugendarbeit. Angefangen hat es mit Ferienprogrammen, in denen er mit Kindern zum Beispiel für ein Stadtfest in Pegnitz einen Leiterwagen nach traditioneller Handwerkskunst nachbaute – Heute dreht sich sein Engagement vor allem um Bienen. Mit der Stadt hat er den Wald- und Imkerlehrpfad neugestaltet und dabei besonders auf Schulklassen zugeschnitten, und er arbeitet regelmäßig mit Klassen und Kindergärten bei Seminaren und Workshops zusammen, denen er dann zum Beispiel zeigt wie Bienen leben, oder wie Honig geschleudert wird. „Wir wollen Schule ins Grüne rausbringen“, sagt er.

Schräg gegenüber von Anton Herzings Honigstand präsentiert Bayerns kleinster Dorfladen seine Produkte. „Unser Bürgerladen aus Emtmannsberg soll Bauern im Landkreis gebündelt eine Plattform anbieten“, erklärt der Mitinitiator Gerhard Herrmannsdorfer. Statt die Produkte selbst auf dem eigenen Hof, oder sie an die großen Supermärkte in den Städten zu verkaufen, soll der kleine Dorfladen eine Zwischenlösung für Produzenten und Kunden anbieten. Der Laden wird dabei nur von Freiwilligen geführt, die ihn Anfangs gemeinsam finanziert und ihn nun abwechseln in drei-Stunden-Schichten pro Woche am Laufen halten. „Vielleicht konsumiert man bei uns ein bisschen weniger, aber dafür bewusster“, sagt Herrmannsdorfer. Ihm geht es dabei um die Wertschätzung regionaler Lebensmittel.

Ein zumindest traditionell weniger regionales Lebensmittel bringt das Bayreuther Start-up „Kimchi & Friends“ auf den Creußener Fairtrademarkt. Kimchi, fermentiertes Gemüse, meistens Kohl, kommt ursprünglich aus Südkorea, erlebt in Europa gerade einen regelrechten Boom. Pascal Suter, einer der Gründer des jungen Unternehmens kannte das oft stark mit Knoblauch gewürzte Lebensmittel schon lange bevor es in Europa so beliebt wurde. „Wir haben früher in Badewannen hunderte Kilo Kimchi gemacht“, erzählt er lachend.

Während dem Lockdown hat er dann mit einem Freund, seinem späteren Gründungspartner, angefangen Kimchi zu machen und an Freunde zu verschenken. Das kam wohl gut an: „Die haben uns dann ermutigt, das auch zu vermarkten“. Das klappt bisher schon ganz gut für das noch sehr junge Unternehmen. Im Bayreuther Unverpacktladen Hamsterbacke kann man Suters Kimchi bereits kaufen und mit einigen anderen Läden und Gastrobetrieben laufen Gespräche für Kooperationen, erzählt er stolz. Neben der Produktion, sind die beiden Gründer auch davon begeistert, ihre Liebe zu fermentierten Gemüse weiterzugeben. In Workshops kann man von den beiden lernen, sein Gemüse nach dem koreanischen Rezept einzulegen und darf auch gleich sein eigenes Kimchi zubereiten und zuhause fertig gären lassen. 

 

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