Bierwoche mit strengem Sicherheitskonzept

Von Sonny Adam

Nach den islamistischen Anschlägen der vergangenen Tage wird das Sicherheitskonzept für die Kulmbacher Bierwoche erweitert. Das teilen Oberbürgermeister Henry Schramm, die Polizei, die Brauerei die Rettungsorganisationen und das Landratsamt mit. Besucher müssen sich auf Kontrollen einstellen, noch bevor sie überhaupt eine Maß getrunken haben.

Sicherheit auf dem Bierfest: Bereitschaftspolizei unterstützt die Kulmbacher Polizei. Foto: Archiv Foto: red

Besucher der Bierwoche 2016 müssen auf großen Taschen und Rucksäcke auf dem Festgelände verzichten, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung. Angesichts der islamistischen Hintergründe der Anschläge könnten der Sicherheitsdienst und die Polizei im Bierzelt oder im Umfeld des Bierzeltes stichprobenartig Taschenkontrollen durchführen. „Das ist eine Empfehlung. Und dass keine gefährlichen Gegenstände mit ins Zelt genommen werden, versteht sich ohnehin von selbst“, sagt der Kulmbacher Polizeichef Gerhard Renk.

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Keine Taschenmesser, keine Hirschfänger

Konkret meint er damit: keine Hirschfänger, keine Messer, keine Taschenmesser, keine anderen Waffen. Obwohl das Sicherheitskonzept der Bierwoche nach dem tragischen Unglück auf der Loveparade im Jahr 2010 bereits überarbeitet worden ist, waren sich nach einer Lagebesprechung im Rathaus alle einig, dass „noch einmal weiterführende Maßnahmen ergriffen“ werden sollten. (Hier die Bilanz der Polizei vom vergangenen Jahr).

Polizei: Keine besondere Gefahr

Die Polizei Kulmbach und die Bereitschaftspolizei werden bei der Bierwoche 2016 noch mehr Präsenz als bisher zeigen. Oberbürgermeister Henry Schramm betonte, dass er mit dem Innenministerium in Kontakt stehe und die Einsatzstärke der Bereitschaftspolizei gerne weiter erhöhen würde. Allerdings bestehe „nach derzeitigem Stand keine besondere Gefahrenlage für das Kulmbacher Bierfest“, so das Polizeipräsidium.

Auf alle Szenarien vorbereiten

Konkrete Zahlen, wie viele Polizisten bei der Bierwoche im Einsatz sein werden, konnte Helga Metzel, die Pressesprecherin der Kulmbacher Brauerei, allerdings nicht nennen. „Es ist unsere Pflicht, uns so gut wie eben möglich, auf alle denkbaren Szenarien vorzubereiten“, so Markus Stodden, Vorstandssprecher der Brauerei. Trotz alledem sollte nicht vergessen werden: Tausende Menschen haben in den letzten Wochen und Monaten viel Kraft und Herzblut in die Vorbereitungen für dieses Fest investiert: Wirte, Musiker – alle stünden in den Startlöchern, sagte Stodden. „Lassen wir uns unsere Vorfreude auf die Bierwoche 2016 nicht nehmen.“