Bierfest Kulmbach Nach Mitternacht flogen die Fäuste

Symbolfoto: dpa

KULMBACH. Der Bierfestmittwoch erfreute sich regen Besucherzuspruchs; trotz der zahlreichen Feiernden auf dem EKU-Platz blieb die Stimmung während des Festbetriebs aber friedlich, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Erst nach Schankschluss war ein mehrfaches polizeiliches Einschreiten notwendig.

Auch am Mittwoch erfuhren die Kulmbacher Ordnungshüter personelle Unterstützung durch Kräfte der Nürnberger Bereitschaftspolizei. Die Beamtinnen und Beamten waren ob der friedfertigen Stimmung im und um den Stadel aber bis zum eigentlichen Veranstaltungsende kaum gefordert. Lediglich kleinere Streitereien und Platzverweise waren an der Tagesordnung, die für alle Beteiligten nahezu folgenlos blieben.

Kurz nach Mitternacht entluden sich jedoch binnen 30 Minuten an mehreren Örtlichkeiten in der Stadt scheinbar aufgestaute Emotionen. Den Anfang machte eine handfeste Auseinandersetzung in einem Lokal in der Oberen Stadt, wo zwei Männer wegen eines Missverständnisses derart aneinander gerieten, dass ein 57-jähriger Kulmbacher und ein 28-jähriger aus dem nördlichen Landkreis gegenseitige Faustschläge austeilten. Ein dritter Gaststättenbesucher wollte schlichtend dazwischen gehen und zog sich ebenfalls leichtere Blessuren zu. Insgesamt nahmen die Bereitschaftspolizisten drei Anzeigen wegen Körperverletzung auf.

Zwei weitere, deutlich heftigere Auseinandersetzungen ereigneten sich nahezu zeitgleich am Schwedensteg und am Marktplatz. Vor einer Eisdiele im Stadtzentrum  erlitt ein 37-jähriger aus dem Landkreis Kulmbach eine Gesichtsverletzung, welche ihm ein bislang unbekannter Mann durch einen wuchtigen Schlag mit einer Glasflasche beibrachte.

Der Geschädigte musste rettungsdienstlich versorgt und in ein Krankenhaus gebracht werden, die Kulmbacher Polizei hat ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Aufgrund mehrerer Hinweise aus dem Umfeld des Geschädigten dürfte die Verletzung des Mannes eine zwischenmenschliche „Vorgeschichte“ haben, weswegen die Beamten zuversichtlich sind, den derzeit noch unbekannten Schläger rasch ermitteln zu können.

Am Schwedensteg gerieten unterdessen insgesamt sechs Personen aneinander, was dem aufmerksamen Sicherheitsdienst nicht verborgen blieb. Die Sicherheitsmitarbeiter informierten rasch die Polizei, so dass mehrere Beteiligte noch am Tatort angetroffen werden konnten. Es stellte sich heraus, dass zwei 27-jährige Männer aus der gleichen Gemeinde im nördlichen Kulmbacher Landkreis in einen Streit geraten waren, welcher in einer heftigen körperlichen Auseinandersetzung gipfelte.

Im Verlauf dieser hagelte es gegen einen der Beteiligten, welcher bei der Schlägerei zu Boden ging, Fußtritte gegen seinen Kopf, weswegen der Getretene ärztlich behandelt werden musste. Der Schläger wurde von den Bereitschaftspolizisten unterdessen zunächst in Gewahrsam genommen, die Polizei Kulmbach ermittelt gegen ihn wegen gefährlicher Körperverletzung.  

Neben den Körperverletzungsdelikten mussten die Polizeibeamten auch noch einen alkoholisierten Autofahrer am Schwedensteg buchstäblich „aus dem Verkehr ziehen“. Der 50-jährige Mann wies eine Alkoholkonzentration von knapp über einem Promille auf, eine Blutentnahme war die Folge.

Eine noch weitaus höhere Alkoholisierung wies ein 19-jähriger aus dem Landkreis Kulmbach auf, der im Gegensatz zu dem Fahrzeugführer gegen 01:15 Uhr jedoch vernünftigerweise seinen Heimweg zu Fuß antrat. Allerdings mussten auch ihn die Ordnungshüter beanstanden, da er offenbar großen Gefallen an den Liegestühlen gefunden hatte, welche neben der Stadthalle aufgestellt waren.

So entschloss er sich kurzerhand, einen solchen mit auf seinen Heimweg zu nehmen. Da sein Diebesgut doch etwas „sperrig“ ausfiel, erweckte er die Aufmerksamkeit einer Polizeistreife, welche den Stuhl zurück an seinen angestammten Platz und den jungen Mann zur Wache brachte.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading