Bezirksliga am Mittwoch Zwei Derbys im Kreis Bayreuth

Robert Gemeinhardt
Gute Erinnerungen hat man beim FSV Bayreuth an die letzten Begegnungen mit dem SV Mistelgau. Im vergangenen März gab es einen Auswärtssieg mit 4:2 zu feiern. Foto: Peter Mularczyk

Ein besonders reizvolles Programm bietet der Spieltag der Fußball-Bezirksliga Ost an diesem Mittwoch im Kreis Bayreuth. Vier seiner fünf Vertreter stehen sich in zwei Derbys gegenüber.

Gleich zwei Nachbarderbys geben dem fünften Spieltag der Fußball-Bezirksliga Ost an diesem Mittwoch um 18.30 Uhr im Kreis Bayreuth besonderen Reiz. Während sich mit FSV Bayreuth und SV Mistelgau die beiden Aufsteiger aus der Kreisliga Bayreuth-Kulmbach gegenüberstehen, hat der FC Creußen die U21 der SpVgg Bayreuth zu Gast. Bavaria Waischenfeld rechnet sich im Heimspiel gegen den FC Waldstein etwas aus.

Die vergangene Kreisliga-Saison hat der SV Mistelgau als Meister abgeschlossen, während der FSV Bayreuth das Rennen um die Vizemeisterschaft gegen den SC Altenplos im Endspurt nur ganz knapp für sich entschied und den Aufstieg dann über die Relegation schaffte. Die damalige Siegesserie haben die Prellmühler bislang aber auch in der höheren Spielklasse fortgesetzt. Nach vier Dreiern aus vier Spielen liegen sie auf dem zweiten Tabellenplatz, und nach saisonübergreifend 14 Pflichtspielsiegen in Folge darf man den Vizemeister aktuell gegen den Meister wohl sogar als Favoriten einstufen.

Allerdings scheinen auch die Mistelgauer rechtzeitig zum Derby in der neuen Liga angekommen zu sein. Nachdem sie in der fulminanten Vorsaison 23 von 26 Spielen gewonnen hatten, starteten sie eine Klasse höher mit drei Niederlagen, aber zuletzt gelang gegen den Geheimfavoriten SG Regnitzlosau immerhin ein 2:2. Nach dem enttäuschenden 0:1 in Oberkotzau hatte Trainer Heiko Gröger eine Reaktion von seiner Mannschaft gefordert – und die lieferte: „Was sie gegen Regnitzlosau läuferisch und kämpferisch auf den Platz gebracht haben, das geht nicht besser.“ Über den ersten Punktgewinn war Gröger entsprechend erfreut, aber die nächste Aufgabe wird dadurch nicht leichter: „Der FSV ist dennoch in der momentanen Verfassung eine andere Hausnummer.“

Tatsächlich gewann die Elf von Claudio Eismann am Sonntag auch das Neulingsduell beim FC Waldstein nach einem 0:1-Pausenrückstand noch mit 4:1. „Was die Jungs da momentan leisten, ist Wahnsinn.“ Zugleich warnt Eismann aber eindringlich vor dem Derbygegner: „Die Mistelgauer stehen nicht da, wo sie hingehören. Der nächste Dreier wird nicht einfach, denn sie haben Qualität. Und anders als zuletzt müssen wir von Beginn an da sein.“

Zwei der drei Mistelgauer Niederlagen in der Meistersaison resultierten übrigens aus den beiden Begegnungen mit den Prellmühlern – die sich auch in einem Vorbereitungsspiel auf die neue Saison gegen den alten und neuen Klassenkameraden durchsetzen konnten. Doch diese Bilanz sieht Gröger gelassen: „Irgendwann reißt jede Serie“.

FSV Bayreuth: Anton, Müller – Debevc, Eberharter, Hamberger, Heim, Heumann, Jacob, Keil, M. Launay, N. Launay, Lerch, Lunk, Nützel, Schulze, Stricker, Tekelioglu, Urban.

SV Mistelgau: Friedrich, Kellner – K. Boog, N. Boog, Bursian, Ganster, Heißenstein (?), Herath, Krug, Lindner, Metzger, Scherl, Schuster, Stadter, Vandirk (?).

Beide Rivalen mit guten Ergebnissen

Wie der FSV erzielte zuletzt auch Stadtrivale SpVgg II vier Tore. Mit 4:0 gegen die SpVgg Selb 13 entzauberten die Altstädter den Tabellenführer und machten die deutliche Ansage, dass mit dem Tabellenvierten der Vorsaison auch in der neuen Serie zu rechnen ist. Gegen den Überraschungsaufsteiger, der in seinen drei Spielen zuvor 13 Mal getroffen hatte, „haben wir die Bemühungen des Gegners im Keim erstickt“, sagt SpVgg-Coach Sebastian Lattermann. Am Ende hätte seine Mannschaft sogar noch höher gewinnen können. Allerdings will Lattermann, der die Partie gegen die Porzellanstädter im Vorfeld zur Standortbestimmung erklärt hatte, die sieben Punkte aus den erst drei Spielen auch nicht überbewerten. Denn die bisherigen Gegner Kasendorf, Selbitz und Selb „haben versucht mitzuspielen, das kam uns entgegen“. Beim FC Creußen erwartet er dagegen nun einen tief stehenden Gegner: „Da werden sich nicht die Räume ergeben, die wir in den letzten Begegnungen hatten.“ Womöglich wird Lattermann sogar selbst auf dem Feld stehen, denn ihn plagen Personalsorgen. Prendke und Nickel fallen definitiv aus, der Einsatz von Landgraf und Michaelis ist ungewiss.

Dass bei den Gastgebern seit Saisonbeginn mit Florian Wurster einer das Sagen hat, der jahrelang als Spieler und Trainer in Diensten der Gelb-Schwarzen stand, ist hüben wie drüben übrigens nicht das große Thema. Wurster erfreut sich derzeit lieber an den Ergebnissen seiner Elf, die nach dem 3:2-Sieg in Kasendorf bereits neun Punkte auf dem Konto hat. Auch gegen seinen früheren Verein will Wurster weiter punkten, doch sei die U21 „spielerisch sehr stark“.

FC Creußen: Heinrich, Baumann – Bauer, Feder, Freisinger (?), Fricker, Großmann, Hertel (?), La Faver, S. Koch, Kohler, Michel, Oberheidtmann, Pink, Riedel, Theisinger.

SpVgg Bayreuth II: Dressel – Al Amoori, Budemann, Duensing, Farkasovsky, Gregorzewski, Hampel, Hartmann, Horwarth, Landgraf (?), Lattermann (?), Menzel, Michaelis (?), Pöhlmann, D. Scheder.

Waischenfeld will zweiten Dreier

Um eine solide Platzierung im Mittelfeld geht es zwischen Bavaria Waischenfeld (10.) und dem einen Punkt schlechteren Aufsteiger FC Waldstein (12.). Während die Gäste mit dem 1:4 gegen den FSV Bayreuth die dritte Niederlage im vierten Spiel kassierten, wurden die Blau-Weißen nach einem 4:1-Heimsieg gegen den FC Rehau durch ein 0:4 beim FC Trogen wieder geerdet.

„Das war von den bisherigen vier Spielen unser Schlechtestes“, sagt Bavaria-Spielertrainer Johannes Schatz. „In der ersten Halbzeit waren wir in allen Situationen einen Schritt langsamer“. Umso mehr peilen die Waischenfelder heute ihren zweiten Dreier an. Und um das zu schaffen, „müssen wir wieder auf unsere Tugenden zurückgreifen“, fordert Schatz, der nach dem enttäuschenden Auftritt in Trogen „auch unseren Fans wieder was bieten will“.

SV Bavaria Waischenfeld: B. Schatz, Rudrof – Beyer, Braun, Dinkel, Gold, O. Huppmann, Junk, Keller, Meidenbauer, Meisel, Reh, J. Schatz, Scherm, Schrüfer, Söllner, Weichert.

 

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