Bezirkskrankenhaus „Wir benötigen mehr Personal“

Die Versorgung sei gefährdet, wenn der Personalstand nicht erhöht wird, informierte Gewerkschaftssekretär Martin Schmalzbauer Mitarbeiter des Bezirkskrankenhauses. Die Veranstaltung am Dienstag war Teil eines bundesweiten Aktionstags. Foto: Ralf Münch

BAYREUTH. Ein hoher Krankenstand, eine dünne Personaldecke und immer weniger Zeit für die Patienten: Beschäftigte des Bezirkskrankenhauses haben bei einem Aktionstag der Gewerkschaft Verdi am Dienstag eine bessere Personalausstattung gefordert.

Die 1000 Mitarbeiter am Standort Bayreuth der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (Gebo) seien einfach zu wenig, sagte Jörg Kollera, stellvertretender Personalratsvorsitzender, um ihrem Auftrag, die Versorgung der Patienten, gerecht zu werden. Schuld an dieser prekären personellen Situation habe aber nicht der Bezirk oder die Geschäftsführung, sondern die Politik. „Den Personalschlüssel legt der Gemeinsame Bundesausschuss, der Gesetzgeber sozusagen, fest“, sagte Kollera.

Besagter Bundesausschuss tritt am 19. September zu seiner nächsten Beratung, bei der über die neuen Regeln zur Personalausstattung entschieden wird, zusammen. Verdi hat diesen Termin zum Anlass genommen, eine Umfrage für ein „Versorgungsbarometer Psychiatrie“ durchzuführen. „Es haben sich mehr als 2300 Beschäftigte aus 168 psychiatrischen Krankenhäusern beteiligt“, informierte Verdi-Gewerkschaftssekretär Martin Schmalzbauer die Beschäftigten. Die Auswertung habe an allen Häusern dieselbe Einschätzung ergeben: Dass die Versorgung unzureichend ist. Bundesweit hätten knapp 80 Prozent der Befragten angegeben, sich nicht vorstellen zu können, bis zur Rente in der Psychiatrie zu arbeiten. In Bayreuth hätten sogar 90 Prozent der Befragten in diesem Sinne geantwortet.

Die Arbeit nehme immer mehr zu, besonders die Dokumentation nehme immer mehr Zeit der Mitarbeiter in Anspruch, die bei der Betreuung der Patienten fehle, sagte Kollera. In allen Stationen herrsche aber Personalmangel, Lücken würden mit Mitarbeitern anderer Stationen gestopft. „Im Endeffekt verschleißen sich die Kolleginnen und Kollegen selbst. Es ist ein Teufelskreis, aus dem man nicht rauskommt, wenn nicht mehr Personal eingestellt wird“, sagt der Personalrat. Konsequenz sei, dass immer mehr und besonders ältere Mitarbeiter an Burn-out erkranken und für lange Zeit ausfallen. Die Lücken, die sie hinterlassen, würden wiederum mit Mitarbeitern gestopft. „Wir benötigen deutlich mehr Personal. Wenn immer nur gespart wird, bleibt am Ende der Patient auf der Strecke“, sagt Kollera, der aber die Hoffnung hegt, dass der „Druck der Kollegen ein Umdenken beim Gesetzgeber bewirkt“.

 

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