Wie die Gesundheitseinrichtung des Bezirks Oberfranken (Gebo) mitteilt, verfügt die Station über sechs Behandlungsplätze und richtet sich an Jugendliche ab etwa 15 Jahren, die ein Suchtproblem haben.

Damit mache die Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie einen weiteren Schritt in einer Entwicklung hin zu spezifischen Behandlungsangeboten, wie Chefarzt Dr. Uwe-Jens Gerhard, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Bezirkskrankenhaus Bayreuth, betont. Gerade im Bereich von Suchterkrankungen sei es wichtig, Patienten mit einem ähnlichen Krankheitsbild gemeinsam zu behandeln und so ein therapeutisches Milieu schaffen zu können, das genau auf Suchtkranke zugeschnitten ist, erklärt Oberarzt Dr. Dietmar Eglinsky, der die neue Station leitet. „Ich sehe auch eine Chance darin, dass Patienten positiv auf andere Patienten einwirken können“, sagt er. Jugendliche lernen in der Peer-Group und lassen sich von Gleichaltrigen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, leichter etwas sagen, als von älteren Erwachsenen. Auch kann auf einer spezifisch ausgerichteten Station die Tagesstruktur der Station genau auf das Krankheitsbild ausgerichtet werden.

Sucht stehe nie für sich alleine, fast immer seien andere psychische Erkrankungen oder Probleme damit verbunden. Stress im Elternhaus, Probleme in der Schule, Depressionen. Auch hier wolle man auf der neuen Station, der KJ3, mit den Therapien ansetzen. Nie stehe die Behandlung der Suchterkrankung für sich allein. Während in der Suchtmedizin für Erwachsene sehr auf die Eigenverantwortung der Patienten gesetzt werde, werde in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie dabei immer auch die Familie in die Therapie einbezogen.

Sieben bis zehn Wochen – je nach Krankheitsbild und auch je nach Suchtstoff – werde die Behandlung suchtkranker Jugendlicher auf der neuen Station dauern. Ziel sei, die Patienten anschließend in eine Langzeittherapie zu bringen. Diese Perspektivplanung sei wichtiger Bestandteil der Therapie.

Sucht sucht – so fasst es Eglinsky zusammen. Wer süchtig werde, sei immer auf der Suche. Auf der Suche nach Anerkennung, auf der Suche nach starken Gefühlen und intensiven Erfahrungen. „Suchtkranke Jugendliche wollen das Leben. Wir müssen ihnen deutlich machen, was sie suchen, und sie auf den richtigen Weg bringen.“