Bewerbung scheitert Aus der Traum vom Burgeninfozentrum

Was aus dem leer stehenden Stadtmuseum in Bad Berneck wird, ist nun wieder ungewiss. Die Stadt würde das historische Gebäude ebenso wie das Kurhaus gerne verkaufen. Foto: Archiv/Andreas Harbach

BAD BERNECK. Der Traum vom Burgeninformationszentrum im alten Stadtmuseum von Bad Berneck ist ausgeträumt. Die Fichtelgebirgsstadt ist an der ersten Hürde des Auswahlverfahrens gescheitert.

Der ablehnende Bescheid aus dem Bundesbauministerium kam am Donnerstag kurz vor der Stadtratssitzung, sagte Bürgermeister Jürgen Zinnert auf Nachfrage. Die Ablehnung hatte er am Abend in einem Satz verkündet.

Eine große Chance ist dahin

„Die Ablehnung ist schade, das Programm wäre eine große Chance gewesen, das Burgeninformationszentrum zu bekommen und das alte Stadtmuseum renovieren zu können“, sagte Zinnert. Für das auf rund fünf Millionen Euro geschätzte Projekt hätte es aus dem Bundesprogramm 90 Prozent Fördermittel gegeben. Allerdings war bis zuletzt ungewiss, wie die Stadt ihren sechsstelligen Anteil hätte finanzieren sollen.

Viele Einsendungen

Ein Grund für die Ablehnung sei nicht genannt worden, sagte Zinnert. Es sei darauf hingewiesen worden, dass die Bewerbung Bad Bernecks aufgrund der vielen Einsendungen –-113 Projektskizzen – nicht habe berücksichtigt werden können.

45.000 Euro Planungskosten

Die Idee, in das stadtbildprägende Gebäude mit den Arkaden neben dem historischen Marktplatz ein Burgeninformationszentrum einzurichten, war vor knapp zwei Jahren entstanden. Die damalige Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte mit Blick auf das historisch einmalige Burgenensemble bei einem Besuch in Bad Berneck auf dieses Förderprogramm hingewiesen. Vor einem Jahr stellte Bad Berneck das Stadtmuseum und die mögliche neue Nutzung in den Mittelpunkt des damaligen Tages der Städtebauförderung. Der Stadtrat hatte im März 2018 gegen die Stimme von Hans Kreutzer (CSU) grünes Licht für die Teilnahme an dem zweistufen Bundeswettbewerb gegeben. Von den erforderlichen Planungskosten in Höhe von 45.000 Euro hatte die Stadt 9.000 Euro selbst zu tragen.

Verkauf ist beabsichtigt

Auf die Frage, ob dieses Geld nun weg ist, sagte Zinnert, wenn man diesen Aufwand nicht betrieben hätte, hätte es gar keine Chance auf die hohe Förderung gegeben. Theoretisch sei es möglich, sich im kommenden Jahr erneut für das Programm zu bewerben. Zinnert geht aber nicht davon aus, dass das geschieht. „Wir haben andere kostspielige Aufgaben.“ Dem Stadtratsbeschluss zufolge sollte das Stadtmuseum im Fall eines Misserfolgs bei der Bewerbung ebenso wie das Kurhaus einer Vermarktung durch Gunar Gronauer zugeführt werden, der auf denkmalgeschützte Immobilien spezialisiert ist.

Kurhaus zu verkaufen

Das ehemalige städtische Kurhaus ist jetzt auf der Homepage www.die-denkmalschutz-immobilie.com von Gunar Gronauer zu finden. Ein Preis wird nicht genannt, sondern nur auf Anfrage mitgeteilt. Potenzielle Käufer werden auf Förder- und Zuschussmöglichkeiten hingewiesen. Die Wohn- und Nutzfläche wird mit 2476 Quadratmetern angegeben: Gastronomie, Schieß- und Kegelbahn, Hausmeisterwohnung, Empore. Nutzungsänderung und Teilabriss mit Neubebauung seien möglich. Das Kurhaus werde Endpunkt der geplanten Sanierung des Ölschnitzufers sein, heißt es. Der Pächtervertrag für das Kurhaus war zum Jahreswechsel 2017/18 gekündigt worden.⋌ raus

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading