Bewegung im Tigers-Kader Tyler Gron geht, Daniel Stiefenhofer kommt

Weckt große Erwartungen: Tigers-Neuzugang Daniel Stiefenhofer. Foto: Imago Images

Anders als vor der zurückliegenden DEL2-Saison wird der Kader der Bayreuth Tigers aktuell kräftig durchgemischt. Nach einer sportlich ziemlich dürftigen Spielzeit ist die große Fluktuation teils gewollt, teils unterliegt sie aber auch den Gesetzen des Marktes, wie an den jüngsten Personalentscheidungen deutlich wird. Während die Tigers mit Daniel Stiefenhofer vom Liga-Konkurrenten Ravensburg Towerstars einen erklärten Wunschspieler an Land ziehen konnten, mussten sie einen ihrer besten Scorer ziehen lassen.

Eishockey - Tyler Gron wird nach der Sommerpause nicht mehr nach Bayreuth zurückkehren. „Unsere Vorstellungen lagen einfach zu weit auseinander“, sagt Matthias Wendel. „Rein sportlich“, ergänzt der Tigers-Geschäftsführer, sei der Abgang Grons zweifelsohne ein Verlust. 89 Spiele absolvierte der 31-jährige Deutsch-Kanadier für die Bayreuther und markierte dabei 98 Scorerpunkte (52 Tore / 46 Assists) – ein Topwert für einen Stürmer mit deutschem Pass.

Wendels Verweis auf das rein sportliche Vermissen legt die Vermutung nahe, dass man an dem Heißsporn – abgesehen von seinen statistisch belegten Qualitäten – nicht ganz so viel vermissen wird. In Kassel beurlaubt, danach in Bad Tölz nicht glücklich geworden, schaffte es Tigers-Trainer Petri Kujala zunächst, den als schwierigen Charakter verrufenen Gron zu bändigen. In seiner ersten Saison im Bayreuther Trikot zählte er zu den größten Überraschungen. Im Verlauf dieser Saison fiel es aber auch dem 50-jährigen Finnen nicht immer leicht, die Undiszipliniertheiten Grons zu akzeptieren.

Gute Physis und großes Kämpferherz

Alles andere als ein schwieriger Charakter wird dagegen Daniel Stiefenhofer nachgesagt. Der 29-jährige Füssener gilt als sehr umgänglicher, mannschaftsdienlicher Spieler, der mit guter Physis und großem Kämpferherz gesegnet ist. Christof Kreutzer, sein ehemaliger Trainer beim EC Bad Nauheim – dort spielte Stiefenhofer von 2017 bis 2020, ehe er nach Ravensburg wechselte –, lobte ihn als deutsche Eiche, was natürlich auch seiner stattlichen Größe von 191 cm geschuldet ist.

Damit war der Allgäuer auch im fernen Bayreuth noch gut zu erkennen. Er stand bei den Tigers schon länger auf dem Wunschzettel, wie Matthias Wendel verrät. „Schon seit seiner Regensburger Zeit habe ich seinen Werdegang verfolgt.“ Damals in der Saison 2015/16 standen sich die Regensburger und Bayreuther in den Aufstiegs-Playoffs zur DEL2 gegenüber – mit bekanntem Ausgang: Die Bayreuther gewannen die Serie gegen den souveränen Hauptrunden-Meister überraschend mit 3:1 „Das war schon kriminell. Seitdem, so scheint es, ist Regensburg mit einem regelrechten Aufstiegsfluch belegt“, sagt Stiefenhofer, der zu Bayreuth aber auch noch mehr Schnittpunkte hat.

Guter Kumpel Dominik Meisingers

Petri Kujala holte ihn 2016 aus Regensburg nach Bad Nauheim. Seine künftigen Teamkollegen Dani Bindels, Garret Pruden und Timo Herden kennt er ebenfalls aus Bad Nauheimer Zeiten. Und den ebenfalls aus Füssen stammenden Dominik Meisinger, dessen Zukunft in Bayreuth noch ungewiss ist, nennt er einen seiner besten Kumpels.

Die Tigers erwarten sich von der Verpflichtung Stiefenhofers eine Aufwertung ihrer Defensive. „Er wird unsere Defensive besser machen“, sagt Matthias Wendel mit Verweis auf die tragenden Rollen seines Neuzugangs in Ravensburg (68 Spiele / 24 Punkte) und in Bad Nauheim (118 / 39). Daniel Stiefenhofer will weit mehr als eine tragende Rolle, er will mit seinem neuen Team in die Playoffs. „Möglich ist das. Alleine die vier Ausländer, die hier unter Vertrag stehen – das ist schon eine kleine Ansage.“

INFO: Bislang haben die Bayreuth Tigers folgende Spieler für die kommende Saison unter Vertrag: Timo Herden, Nico Zimmermann – Kurt Davis, Garret Pruden, Daniel Stiefenhofer – Ville Järveläinen, Cason Hohmann, Luke Pither, Dani Bindels, Ivan Kolozvary, Tim Zimmermann und Tom Schwarz.

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