Liebesliedchen und Folterknechte Betzenstein: Buntes Treiben zum Stadtjubiläum

BETZENSTEIN. Betzenstein hat am Wochenende seine Stadterhebung vor 400 Jahren gefeiert. Und zwar mit Stil. Das Jubiläum, das man mit der Einweihung des neu sanierten Unteren Markts kombinierte, wurde als historisches, mittelalterliches Stadtfest ausgerufen. Und man hatte nicht zu viel versprochen. Für ein etwas besseres Wetter konnte man allerdings nicht sorgen.

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In fast jeder Ecke der kleinsten Stadt Frankens begegnete den Besuchern des Spektakels dem Mittelalter – ob im Scheunenviertel beim Kinderprogramm oder am Marktplatz selbst, wo die Ritter von der Zarg aus der nahen Oberpfalz mit ihrem historischen Lagerleben die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Oder auch nur, wenn man den Blick über das Publikum schweifen ließ, denn viele Betzensteiner hatten sich in mittelalterliche Kleidung geworfen. Selbst kriegerische „Hunnen“ schienen sich in Betzenstein wohl zu fühlen und waren ausgesprochen friedlich.

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Grundschulchor sorgte für Höhepunkt

Oberfrankens Regierungspräsident Wilhelm Wenning bekam einen mit Sicherheit seltenen Begleitschutz bei seinem Einzug in die Stadt: Mit authentischer mittelalterlicher Musik und mit Folterknechten als „Security“, so dass sich Bürgermeister Meyer die Frage stellte: „Hat sich der Regierungspräsident verhaftet gefühlt?“ Vermutlich nicht. Zusammen mit Baudirektor Anton Hepple vom Amt für ländliche Entwicklung weihte Wenning dann den Unteren Markt ein, als Abschluss der Dorferneuerung in der Altstadt.

Bereits am Nachmittag sorgte der Chor der Grundschule Betzenstein für den ersten Höhepunkt des Musikprogramms auf der Hauptbühne. Lehrerin Karola Weidinger und ihre Schüler hatten sich bestens auf ihren Auftritt vorbereitet und brachten Schwung ins Fest. Währenddessen streifte „Minnesänger“ und Straßenmusikant Robert Klein durch die Straßen und sang vor allem der holden Weiblichkeit, gleich welchen Alters, Liebesliedchen vor.

Die Ritter von der Zarg mit einer Feuershow und ein Feuerwerk beendeten den kühlen Festsamstag.  Bereits am Freitag ging es mit einem Theaterstück los. Am Festsonntag stand vor allem ein historischer Festzug im Mittelpunkt.

tz/sbr/Foto: mw