Betriebsrat: Noch keine konkreten Zahlen zum Jobabbau – Beschäftigte zwischen Wut und Trauer Gewerkschaft will um Zapf-Arbeitsplätze kämpfen

Von Peter Engelbrecht

Die Industriegewerkschaft Bau zeigt sich kämpferisch. „Wir werden den Personalabbau nicht kampflos hinnehmen“, sagte Gewerkschaftssekretär Paul Schmid mit Sitz in Bayreuth.  

Das Zapf-Betonfertigteilwerk in Weidenberg. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Mit diesen Worten kommentierte er Pläne der Geschäftsführerin der Bayreuther Zapf GmbH, Katrin Grunert-Jäger. Sie hatte angekündigt, 100 bis 200 der insgesamt 700 Stellen abbauen zu wollen. Die Juristin will sich vom Baubereich trennen, der Millionenverluste schrieb. Dort arbeiten aktuell 100 Beschäftigte. Betroffen sind die Standorte Bayreuth und Weidenberg.

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Sollte es zu Entlassungen kommen, will die IG Bau einen Sozialtarif aushandeln, kündigte Schmid an. „Ich kann die Zahlen 100 bis 200 Entlassungen nicht bestätigen“, sagte er. Von Seiten des Unternehmens lägen noch keine konkreten Daten vor. In der Vergangenheit habe es einen häufigen Geschäftsführerwechsel und vermutlich Fehlentscheidungen im Management gegeben.

Auch Betriebsratsvorsitzender Siegfried Obwandner liegen noch keine konkreten Entlassungszahlen vor. Am morgigen Freitag soll auf einer Betriebsratssitzung das weitere Vorgehen besprochen werden, möglicherweise gebe es bis dorthin konkrete Daten, sagte Obwandner. „Wir müssen abwarten, was wir auf den Tisch bekommen“, meinte er. Die Stimmung unter den Beschäftigten beschrieb er als gespannt; man frage sich, was jetzt kommen werde. „Die Verunsicherung ist spürbar“, fügte er hinzu.

Der Kurier hörte sich vor dem Zapf-Werk in Weidenberg um. Dort werden Garagen und Betonfertigteile hergestellt. Ein Arbeiter fürchtete rund 150 Entlassungen, „das wird so gemunkelt“. Das Fertigteilwerk soll angeblich bis Jahresende dicht sein, bei der Garagenproduktion werde sich nichts ändern. Dieser Bereich sei gut ausgelastet, hier werde es wohl keine Entlassungen geben. „Was soll man sagen?“, zuckte ein Kollege mit den Schultern. „Man kann nur hoffen“, fügte er hinzu. Eine Angestellte fürchtete, dass die gesamte Reihenhausproduktion dichtgemacht wird. Die Häuser seien bis nach München und Frankfurt verkauft worden. „Wir waren eine große Familie“, blickte sie wehmütig zurück. Die Frau zeigte sich enttäuscht und traurig, „auch ein bisschen Wut ist dabei“. Die Geschäftsführerin sei konzeptionslos vorgegangen, habe sich zu wenig für die Produkte und die Mitarbeiter interessiert, lautete ihr Vorwurf. Die Produkte hätten gute Dämmwerte und eine gute Qualität gehabt. Langjährige Mitarbeiter hätten das Unternehmen bereits verlassen, damit sei auch deren Wissen verloren gegangen. Mit Unverständnis berichtete die Angestellte, dass die Geschäftsführung noch vor zwei Monaten den Beschäftigten für das Anwerben eines neuen, qualifizierten Mitarbeiters 1000 Euro Prämie geboten habe.

Bereits im Mai 2009 hatte das Unternehmen den Bereich Wohnen (Fertighäuser) auslaufen lassen. Dem waren 150 Stellen zum Opfer gefallen.