Berufsschule I Alles im Rahmen auf der teuersten Baustelle

Der Abbruch läuft an der Gewerblichen Berufsschule: Der Neubau wird das aktuell teuerste Bauprojekt in Bayreuth. Foto: Eric Waha

Der Neubau der Gewerblichen Berufsschule in Bayreuth beginnt mit einem millionenschweren Abbruch: Aktuell läuft alles nach Plan auf der Baustelle. Sowohl zeitlich als auch finanziell, sagt der Projektsteuerer vor den Mitgliedern des Bauausschusses des Bayreuther Stadtrats.

Es ist die teuerste Baustelle Bayreuth zum aktuellen Zeitpunkt: Die Gewerbliche Berufsschule wird abschnittsweise abgebrochen und neu gebaut, der Betrieb läuft in Interimsgebäude weiter. Das Mehrjahres-Projekt hat, so hat es der Stadtrat beschlossen, ähnlich wie das Friedrichsforum, einen Projektsteuerer bekommen: Claus Rüttinger von Hitzler Ingenieure aus München hat jetzt vor dem Bauausschuss seinen ersten Quartalsbericht abgegeben.

Erste Minderung von fast einer halben Million

Der gibt – zumindest im öffentlichen Teil der Sitzung – schon einmal Anlass zu leichter Freude, denn: In dem ohne den noch einzurechnenden Puffer auf 122 Millionen Euro veranschlagten Projekt gibt es durch eine günstige Vergabe eine erste Einsparung von 428 000 Euro zu verzeichnen, weil der Abbruch günstiger vergeben werden konnte, wie Hitzler sagt.

Interimsgebäude und Abbruch

Auf dem Schulgelände sieht es deutlich anders aus als noch im Sommer: Das Hausmeisterhaus ist weg, die Entkernung der ersten Gebäude läuft, deren Abbruch mit schwerem Gerät in Kürze folgen soll, wie Rüttinger sagt. „Noch im November“ sollen die Toiletten-Container in Betrieb genommen werden, die ebenfalls als Interims-Maßnahme auf dem Schulgelände aufgebaut worden sind.

Baubeginn im Januar

Wenn der Abbruch der ersten Gebäude abgeschlossen und das Baufeld frei ist, soll mit Spezial-Tiefbau begonnen werden, „ab Mitte oder Ende Januar können dann die eigentlichen Bauarbeiten starten, sagt Rüttinger, der insgesamt terminlich ein entspanntes Bild des Mammut-Projekts zeichnet. Das betreffe auch den Punkt der Vergaben von Gewerken, obwohl es gerade hier einen Haken gibt, wie der Projektsteuerer sagt: Zwar habe die Maßnahme die Genehmigung für einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn, aber es stehe noch der Förderbescheid aus, „obwohl der Antrag längst eingereicht ist. Haben wir den Förderbescheid nicht, können wir auch keine weiteren Aufträge erteilen. Die Ausschreibungen allerdings können soweit weiter laufen.“ Insbesondere stünden jetzt zwei dicke Brocken zu Vergabe an: Die Erdbau- und die Baumeisterarbeiten – also der große Punkt Rohbau des ersten Abschnitts.

Kostenberechnung unverändert

Mit Blick auf die Kosten spricht Rüttinger von einer veranschlagten Gesamtsumme von 132,5 Millionen Euro. Allein rund 13 Prozent der Summe, also gut 14 Millionen Euro, seien – ohne den Puffer von rund sechs Millionen Euro – von vorneherein für den Faktor Preisgleitung eingerechnet worden, die Grundsumme für die Schule lag bei 108 Millionen Euro. „Diese Berechnung ist auch unverändert“, sagt Rüttinger.

Nachmeldungen im geringen Umfang

In den vergangenen ersten Monaten der Vorbereitung und des Abbruchs habe man mit 7,6 Millionen Euro eine vergleichsweise geringe Summe beauftragt, „das wird aber im nächsten Jahr dann deutlich steigen“. Die bisher angemeldeten und auch genehmigten Nachträge seien „ein paar Kleinigkeiten, alles in allem noch überschaubar“.

Geothermie scheint möglich

Eine Lösung zeichne sich auch ab bei einem Knackpunkt für die Zukunft: Um eine ausgeglichene Energiebilanz schaffen zu können, braucht es den Einsatz von Geothermie. Weil jedoch „artesisch gespanntes Grundwasser haben“, habe das Wasserwirtschaftsamt Bedenken angemeldet. Die finale Prüfung jedoch sei vielversprechend, dass bis zu einer Tiefe von 20 Metern gebohrt und Sonden gesetzt werden könnten, „ohne dass Wasser aus der Erde sprudelt oder in belastete Bereiche vordringt“.

Baubeginn hängt vom Förderbescheid ab

Keine Auskunft kann Rüttinger auf Nachfrage von Helmut Parzen (CSU) geben, wann mit dem Spatenstich und der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts zu rechnen sei – das hänge am Förderbescheid. Georg Kämpf (BG) nennt den Neubau „eine Riesen-Chance“ für Bayreuth, schließlich habe man es geschafft „die komplette Schule am Standort zu behalten“. Er hoffe aber, sagt er, weiterhin über Minderungen bei diesem Projekt berichtet zu bekommen. Vorerst bleibe es beim halbjährigen Bericht Rüttingers, sagt die Stadtbaureferentin Urte Kelm auf Nachfrage von Gert Dieter Meier (FDP/DU/FL), sollten gravierende Kostenveränderungen eintreten, berichte man unverzüglich.

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