Pegnitz wird bunt Beim Action-Painting ist alles erlaubt

Diner en blanc in Bayreuth. Foto: www.Ochsenfoto.de

In der Pegnitzer Fußgängerzone wird gekleckert. Auf Leinwänden dürfen Kinder ihrer Kreativität am Sonntag freien Lauf lassen.

Immer mehr Besucher strömen in die Pegnitzer Innenstadt und nutzen die Fußgängerzone auf Probe. Auch das Programm, welches von Woche zu Woche wechselt, kann sich sehen lassen. Nach dem bayerischen Musikkabarett, das am Samstag stattfindet, wird es am Sonntag bunt. Mit Action-Painting startet die Künstlerin Martina Pickelmann-Maletzki vom Kunstraum La Luna den ersten von drei Nachmittagen zum Mitmachen für Kinder. Das erste Thema lautet: Recht auf Frieden.

Kinder haben Rechte. Doch nur wenige wissen, dass in Deutschland seit gut 30 Jahren die UN-Kinderrechtskonvention gilt. Doch gerade Kinder benötigen einen besonderen Schutz, da ist sich auch die Grünen-Politikerin Susanne Bauer sicher. Insgesamt 41 Paragrafen gibt es. „Das sind ganz schön viele. Und aus diesen Rechten haben wir uns insgesamt drei herausgesucht.“ Um das Ganze etwas anschaulicher zu machen und damit die Kinder Spaß an der Aktion haben, sprach Bauer mit der Künstlerin Martina Pickelmann-Maletzki, die sich von dem Vorschlag sofort begeistert zeigte. Auch sie sah sich zunächst die vielen Rechte eines Kindes an und kam dann mit der Action-Painting-Idee.

„Dabei werden Schablonen, die verschiedene Symbole darstellen, auf Leinwände gelegt. Darunter zum Beispiel das Peace-Symbol, ein Herz oder die Friedenstaube. Danach dürfen die Kinder drauflosmalen. Im Nachgang wird die Schablone wieder entfernt. So ist das Symbol komplett weiß und die restliche Leinwand erstrahlt in vielen verschiedenen Farben. Jeder, der das Programm am Sonntag verfolgt, darf sich an den Leinwänden verwirklichen. „Es ist vor allem für die Kinder, aber wenn ein Erwachsener an einer Leinwand malen möchte, dann werden wir nicht dazwischengehen“, witzelt die zweite Vorsitzende des Unterstützerkreises Pegnitz.

Die Leinwände behalten die Organisatoren. Diese sollen später an Schulen, Kindergärten oder im Landratsamt ausgestellt werden. Die bunten Schablonen dürfen die Kinder mit nach Hause nehmen. „Damit erhoffen wir uns mehr Aufmerksamkeit für die wichtigen Kinderrechte, die es doch schon so lange gibt.“

Weitere Termine zu dem Thema wird es im Juli und August geben. Auch zu diesen setzt man sich künstlerisch mit den Kinderrechten auseinander. Zum einen mit dem Recht auf Bildung. Dafür werden extra große Flügel gestaltet, vor denen sich die Kinder dann fotografieren lassen können. Zum anderen geht es um das Recht auf Spiel, Freizeit und Medien- sowie Informationsfreiheit. Für diese Aktion gestaltet die Künstlerin extra ein großes Ohr, durch das Papierflieger hindurch geworfen werden können. Vorab sollen die Kinder ihre Wünsche, Ideen und Anregungen auf einen Zettel schreiben. Erst dann wird daraus ein Papierflieger, der hoffentlich „Gehör“ findet, während er durch das Ohr fliegt. „Die Kinder formulieren dann, was sie brauchen und für wichtig erachten“, verrät Bauer. „Es geht aber auch darum, was die Stadt noch für die Kinder tun kann.“ Die Ideen werden dann an einer Wäscheleine aufgehängt, damit jeder die Vorschläge liest und verinnerlicht. „Es hilft den Kindern auch dabei, ihre Wünsche zu artikulieren. Außerdem lernen sie, dass solche Äußerungen zum demokratischen Prozess dazugehören. Eine Meinung haben zu dürfen und gehört zu werden.“

Eine Bitte hat Susanne Bauer noch. Die Aktion, die über Demokratie Leben finanziert wird, beinhaltet das Malen mit Acrylfarben. Deshalb sollte die Kleidung der Kinder dem Rahmenprogramm angepasst werden. „Wir rechnen damit, dass jeder ein bisschen Farbe abbekommt. Es wird eben bunt.“

Info: Das Programm rund um Kinder, Kunst und Kinderrechte ist für Sieben- bis Zwölfjährige angedacht und beginnt am Sonntag um 14 Uhr.

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