Bei Wind und Wetter Edmund Linz - Der Mann, der die Zeitung bringt

Der Zeitungsausträger Edmund Linz aus Mistelbach. Foto: Ralf Münch

MISTELBACH. Er kennt jede Straße, jedes Haus, jeden Bewohner – zumindest bei Namen: Edmund Linz trägt Zeitungen aus. Jede Nacht, sechs Nächte die Woche ist er unterwegs. Schon 26 Jahre lang. Am heutigen Mittwoch, dem Internationalen Tag der Zusteller, wollen wir, der Nordbayerische Kurier, mit Edmund Linz stellvertretend einen der 580 Kolleginnen und Kollegen in Stadt und Landkreis Bayreuth vorstellen, die zuverlässig und regelmäßig bei Wind und Wetter unseren Abonnenten die Tageszeitung zustellen.

Die Zeitungszustellung zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben des 49-Jährigen Mistelbachers. In seiner Küche hat Linz an einem kleinen Brett die Zeitungsausschnitte gesammelt, die seine Mutter Waltraud zeigen, wie sie bei Trägertreffen des Nordbayerischen Kuriers geehrt wird: Einmal für 25 Jahre, einmal für 40 Jahre Zeitungszustellung. Daneben hängt ein Bild aus dem Jahre 2018, als er selbst für 25 Jahre ausgezeichnet wurde. Wäre seine Mutter nicht überraschend gestorben, könnte sie in diesem Jahr ihr 45-Jähriges feiern.

Erste Station: Seulbitz

Eigentlich hat Linz den Beruf des Gärtners erlernt. Da der Verdienst nicht besonders einträglich war, hat er nach der Bundeswehrzeit am 1. Dezember 1993 eine eigene Zustelltour übernommen. Seulbitz war seine erste Station. Weil er nun zur großen Familie der Zusteller gehörte, wurde er auch zum Trägertreffen in der Gaststätte Moosing eingeladen. Dass der Termin der 9. Dezember war, spielt in seinem Leben eine bis heute große Rolle. Denn bei diesem Treffen lernte er seine spätere Frau Regina kennen. 2007 haben beide geheiratet.

Entscheidung nie bereut

Bis 2005 arbeitet Linz weiter in seinem Gärtnerberuf. Und trägt nachts Zeitungen aus. Erst in Seulbitz (110 Zeitungen), dann ab Juni 1994 eine große Stadttour. Nach Jahren als Minijobber macht er 2005 die Zeitungs- und Briefzustellung zu seinen Hauptberuf. Eine nie bereute Entscheidung, wie er beteuert. Trotz der Arbeitszeiten: Um 23.30 Uhr holt er die Post in Bayreuth ab und sortiert sie zu Hause bis 2 Uhr. Im Anschluss teilen er und seine Frau auf zwei Touren die Zeitungen in Mistelbach aus (die anderen drei Touren bestreiten seine Schwester und deren Mann). Danach fahren Edmund und Regina Linz nach Bayreuth, wo sie drei weitere Touren absolvieren. Seine Frau stellt die Zeitungen in Colmdorf zu. Edmund Linz hat sein Revier von der Nürnberger Straße bis zum Hofgarten. Während seine Frau nach getaner Arbeit den wohlverdienten Schlaf genießt, arbeitet ihr Mann weiter: Bis 12 Uhr verteilt er in der Innenstadt Briefe. Schlaf? Benötigt er nicht viel. Maximal vier Stunden reichen aus, sagt Linz.

450 Zeitungen teilen Edmund und Regina Linz jede Nacht aus. Zuzüglich Blickpunkt und FZ. Bereut hat er es nie: „Dort draußen hab ich keinen Chef, der mir reinredet. Und das ist schön so.“

 

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