Aber was ist besonders daran, wenn Vertreter einer rund 28.000 Einwohner zählenden Stadt nach Bayreuth kommen? Die Antwort heißt: Projekt Zero. Dabei handelt es sich um das weltweit beachtete Maßnahmenpaket, mit dem die unweit von Flensburg liegende Kommune ihr ehrgeiziges Ziel erreichen will, bis zum Jahr 2029 CO2-neutral zu sein.

Ein Ziel, das Schlaeger nach eigenen Angaben selber bereits erreicht hat. Unter anderem durch eine Reduzierung des Energieverbrauchs um 44 Prozent seit dem Jahr 2010.

Gerhard Bertelsen, der die Delegation als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses von Sonderborg anführte, zeigte sich im Gespräch mit dem Kurier beeindruckt. „Schlaeger hat gezeigt, dass man viel erreichen kann, wenn man das Thema CO2-Reduzierung engagiert angeht“, sagte Bertelsen, der bis 2014 Deutschland-Geschäftsführer des Danfoss-Konzerns mit gut 27.000 Mitarbeitern weltweit und mehr als sechs Milliarden Euro Jahresumsatz war.

Bertelsen weiß wovon er spricht. Denn Danfoss, dessen Gründer Mads Clausen in den 50er-Jahren das Heizkörper-Thermostat erfand, hat nach eigenen Angaben seit 2007 seinen Energieverbrauch um 43 Prozent und die CO2-Emissionen um rund 25 Prozent gesenkt. Und zwar nicht nur am Sitz in Sonderborg, sondern über die gut 50 Produktionsstätten in 21 Ländern betrachtet.

Entsprechend intensiv sei der gut zweieinhalbstündige Austausch gewesen, berichtet Schlaeger-Geschäftsführer Anton Fuchs. Man habe den Gästen das komplette eigene Maßnahmenpaket und dabei vor allem die Effizienzmaßnahmen vorgeführt, mit denen Schlaeger die CO2-Neutralität erreicht habe. Dass die Delegation nach Bayreuth gekommen sei, „ist auch eine Bestätigung unserer Arbeit auf dem Gebiet des Klimaschutzes“.

Bertelsen, der zur deutschen Minderheit in Süddänemark gehört, sagte, dass Sonderborg auf dem Weg zur angestrebten CO2-Neutralität mittlerweile bei knapp 50 Prozent angekommen sei. „Jetzt kommt der schwere zweite Teil der Strecke“, sagte er. Der Besuch bei Schlaeger könne Impulse für die in Sonderborg ansässigen Firmen geben, denn: „Man sieht, dass Klimaschutz in der Produktion nur dann vorangetrieben wird, wenn die Unternehmensführung vorangeht und das vorlebt.“

Für Fuchs ist derweil klar, „dass auch wir in Sachen Klimaschutz noch viel lernen können“. Man habe zum Beispiel darüber diskutiert, wie sich die eigene CO2-Neutralität zu einem neuen Geschäftsmodell machen lässt. Der Gegeneinladung der Delegation für einen Besuch des Projects Zero nach Sonderborg will er jedenfalls „bestimmt nachkommen“.

Außerdem darf Fuchs damit rechnen, in Zukunft selber öfter entsprechenden Besuch zu bekommen. Diesmal hat ihn Marco von Dobschütz-Dietl eingefädelt und begleitet, der Leiter internationale Investorenbetreuung im Wirtschaftsreferat der Stadt Nürnberg.

Zehn bis 15 solcher ausländischen Wirtschaftsdelegationen betreut er im Jahr. „Wenn es sich anbietet, weil Interesse an dem Thema Klimaschutz und Effizienz in der Produktion besteht, kommen wir gerne auf Schlaeger zurück. Da haben wir ja jetzt einen guten Kontakt“, sagt von Dobschütz-Dietl.