Mit Spielmacher Joshiko Saibou (Würzburg) lotste man einen Akteur an die Lahn zurück, der in der Pro A schon für die Hessen gespielt hatte. Aus dem erweiterten Kader von Meister Bamberg wurde Aufbautalent Andreas Obst geholt. Zudem kam aus der Pro A mit Flügelspieler Marco Völler (Gotha) der Sohn des ehemaligen Fußball-Bundestrainers Rudi Völler. Maurice Pluskota, der verletzungsbedingt in der vergangenen Saison kein Spiel für Gießen absolvieren konnte, komplettiert das deutsche Quintett.
Fünf neue Kontingentspieler fanden den Weg nach Gießen: Der US-Amerikaner Skyler Bowlin (Södertälje/SWE) verstärkt die Aufbau-Riege, während Yale-Absolvent Justin Sears, sein US-Landsmann Dwayne Evans (Trier) und der Kanadier Thomas Scrubb (Kataja/FIN) im Frontcourt eingeplant sind. Frühzeitig stand der neue Kader der Hessen fest, lediglich Wucherers kanadischer „Wunschspieler“ Jahenns Manigat (Nikosia/CYP) ging den Hessen erst Anfang September ins Netz.
Tipp:Der Abgang seiner Leistungsträger traf Denis Wucherer offenbar nicht unvorbereitet. Frühzeitig hatte der 123-fache Nationalspieler sein neues Team komplett, das sich in der Saisonvorbereitung schon gut eingespielt präsentierte. Die Qualität reicht wohl nicht, um den neunten Platz zu bestätigen, aber doch sicher für den Klassenerhalt.
Eisbären Bremerhaven: David Brembly einer der Hoffnungsträger
Zum vierten Mal in Folge mussten die Eisbären Bremerhaven um den Klassenerhalt kämpfen und dabei sogar bis zum letzten Spieltag zittern. Nur der gewonnene Dreiervergleich gegenüber Göttingen und dem Mitteldeutschen BC verhinderte den Abstieg.
Trainer Sebastian Machowski konnte den Kader nach seinen Vorstellungen umbauen. Lediglich Waverly Austin und Fabian Bleck bekommen eine neue Chance. Auf den deutschen Positionen kamen Lars Wendt (Jena), Adrian Breitlauch (Itzehoe) und Bastian Schmitt (München) dazu. Eine Überraschung war die Verpflichtung von A2-Nationalspieler David Brembly aus Ulm. Nach einem Mittelfußbruch am Ende der vergangenen Saison brach sich der Ex-Bayreuther in der Saisonvorbereitung erneut den Fuß und wird wohl bis Weihnachten ausfallen.
Große Erwartungen verbindet man in der Seestadt mit den bewährten Bundesliga-Recken Ivan Elliott (Hagen, Ludwigsburg, MBC) und Harper Kamp (Göttingen). Vielversprechende Referenzen bringt Evan Smotrycz mit: Der 2,06 Meter große Center spielte zuletzt auf Zypern für Keravnos und erzielte 16,2 Punkte, 7,1 Rebounds und 2,3 Assists pro Spiel bei einer Dreierquote von rund 46 Prozent. Jordan Hulls (Limburg/BEL) heißt der neue Spielmacher, der gemeinsam mit Österreich-MVP Quincy Diggs (Oberwart) für Gefahr aus dem Backcourt sorgen soll. Erst zwei Wochen vor Saisonbeginn kam US-Flügelspieler Patrick Christopher hinzu, der in Europa bereits bei Cholet (FRA) und Besiktas Istanbul spielte.
Tipp:Mit Ivan Elliott und Harper Kamp kennen zwei Amerikaner die BBL. Schlagen die vier neuen US-Boys ein, dann sollten sich die Eisbären eine erneute Saison im unmittelbaren Abstiegskampf ersparen können. Auf den etwas dünn besetzten deutschen Positionen darf dann aber nach dem Brembly-Ausfall kein weiteres Verletzungspech mehr hinzukommen.
Phoenix Hagen: Der Trainer ist die Konstante
Jubiläum in Hagen: Das bewährte Trainerduo mit Ingo Freyer und seinem Assistenten und ehemaligen Teamkollegen Steven Wriedt geht in seine zehnte (!) Saison. Ansonsten hat sich bei den Volmestädtern, die in der zurückliegenden Saison trotz des Abzugs von sechs Punkten aufgrund von Lizenzverstößen die Klasse souverän halten konnten, einiges verändert: Von der Vorjahresformation sind mit Kapitän David Bell, dem kanadischen Centerspieler Owen Klassen und Routinier Adam Hess nur drei Konstanten übrig geblieben. Besonders schmerzt der Abgang des talentierten Nachwuchsspielmachers Niklas Geske zum Aufsteiger Vechta. Mit Richard Williams (zuletzt Kirchheim) konnte man einen Spielmacher mit Erstligaerfahrung (Frankfurt, Vechta) engagieren, der als Nachfolger von Brandon Jefferson (Olimpija Ljubljana/SLO) kein leichtes Erbe antritt. Yannick Anzuluni (Umea/SWE) soll die Lücke schließen, die BBL-Routinier Ivan Elliott (Bremerhaven) hinterlassen hat. „Für seine Größe von 2,05 Metern kann er sehr viele Positionen spielen. Er war zu Beginn seiner Karriere sogar Pointguard“, sagt Freyer über den sprunggewaltigen Kanadier mit nigerianischen Wurzeln. Direkt von der Bucknell University kommt Forward Chris Hass, „ein guter Schütze aus jeder Distanz“ (Freyer). Auch Jeremy Dunbar (Vechta) gilt als gefährlicher Distanzwerfer. Über reichlich Europaerfahrung, darunter auch eine Spielzeit in Ulm, verfügt der neue Center: 2,09-Metermann Trent Plaisted lief zuletzt für Neptunas Kleipeda in Litauen auf.
Tipp:Der neue Kader sollte nicht schwächer sein als der alte – und den führte Ingo Freyer trotz des Punktabzugs zum sicheren Klassenerhalt.