Biergärten statt Bierzelt Bayreuther Volksfest: Misswahl fällt aus

, aktualisiert am 23.05.2022 - 19:10 Uhr
Der Aufbau beginnt: So sah es am Montagnachmittag auf dem Volksfestplatz aus. Foto: Eric Waha

Nach der überraschenden Absage von Festwirt Jochen Mörz wird es auf dem Bayreuther Volksfest nun Biergärten statt Bierzelt geben. Das Fest findet vom 3. bis zum 13. Juni auf dem Volksfestplatz statt.

Wie der Veranstalter, die Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH (BMTG), am Montag mitteilte, habe man kurzfristig ein neues, attraktives Konzept für eines der größten Volksfeste in Franken entwickelt. Der langjährige Festwirt hatte seine Absage am vergangenen Mittwoch mit Personalmangel begründet. Anstelle eines Festzelts für mehr als 2000 Gäste wird die Bewirtung in diesem Jahr in Form zum Teil überdachter Biergärten unterschiedlicher Größe stattfinden. „Nach zwei Jahren Volksfestpause sind wir mit dem neuen Konzept für einen außerordentlichen Besucheransturm gerüstet“, so Manuel Becher, Geschäftsführer der BMTG. Und weiter: „Ich bin überzeugt, dass in unseren Volksfest-Biergärten, die von erfahrenen Schaustellern bewirtschaftet werden, auch ohne Zelt echte Feststimmung aufkommen wird.“

Die Wahl von Miss und Mister Volksfest – eine Besucherattraktion – wird in diesem Jahr allerdings nicht stattfinden, räumte Becher ein. Der Bieranstich von Oberbürgermeister Thomas Ebersberger, der am 3. Juni nach dem Festumzug um 18.45 Uhr ebenfalls im Bierzelt geplant war, werde möglicherweise unter freiem Himmel stattfinden. Sonst werde es keine Änderungen geben, der Umzug vor der offiziellen Eröffnung von der Stadt zum Festplatz werde wie geplant stattfinden.

Die ohnehin vorgesehenen Biergärten der Schausteller können wegen des wegfallenden Bierzeltes vergrößert werden, möglicherweise komme noch einer hinzu, erläuterte Becher. Er ging davon aus, dass man in den Biergärten Platz für rund 2000 Gäste anbieten könne.

Zum Argument Personalmangel, das Mörz genannt hatte, sagte Becher, dies sei stichhaltig. Auch für die Imbissbetreiber sei es schwierig, zusätzliche Mitarbeiter zu bekommen. Natürlich habe es mit Mörz einen Vertrag gegeben, doch über Inhalte sei Stillschweigen vereinbart worden. Becher sprach von einer „guten Lösung“, das neue Konzept sei machbar. Es gebe keine wesentlichen Einschränkungen des Volksfestes. „Wir hätten schon gern ein Festzelt gehabt“, sagte er. Die Schausteller hätten bis zum Montag mit dem Aufbau gewartet, da noch nicht endgültig klar war, wie der für das Zelt vorgesehene Platz gefüllt werden sollte.

Die Schausteller zögen an einem Strang, hätten Verständnis für die Absage von Mörz gezeigt. Becher, der seit 2009 Geschäftsführer der BTMG ist, sagte, es habe pandemiebedingt 2020 und 2021 Absagen des Volksfestes gegeben. Er hoffte, dass es im nächsten Jahr wieder ein Festzelt geben wird.

Gudrun Sommerer, Sektionsleiterin Bayreuth des Süddeutschen Schaustellerverbandes, war am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Auch das Hofer Volksfest Ende Juli sollte von Festwirt Jochen Mörz betreut werden. Im dortigen Rathaus gibt es dazu am Dienstag mit Mörz eine Besprechung. Die Verunsicherung ist groß.

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