Bayreuther Rennwagen Der neue, schnelle Elefant

Mit dem FR19 Loki gehen die Studenten von Elefant Racing in die neue Saison. Foto: Valentin Tischer

BAYREUTH. Elektromotoren, Carbon-Felgen und Marvel-Bösewichte: Mit einem neuen Rennwagen starten die Studenten von Elefant Racing in die neue Saison. Der Bolide ist schneller auf 100 als ein Ferrari und von den Studenten selbst gebaut.

Traditionell nennen die Bayreuther Racer ihre Autos nach Wagner-Figuren. Auch der neue FR19 Loki ist nach dem Charakter aus dem „Ring des Nibelungen“ (hier: Loge) getauft.

Auch die Nase des Boliden ziert der Helm des Loki, nicht nur Wagner-Figur, sondern auch Bösewicht aus dem Marvel-Comic und dem Film Avengers. „Das symbolisiert den aggressiven Schritt, den wir gegangen sind“, sagt Phillip Wetzlar, zweiter Vorsitzender von Elefant Racing. Den aggressiven Schritt, den er meint, das ist die Umstellung von Heck- auf Allradantrieb. Vier Elektromotoren, die jeweils ungefähr 48 Pferdestärken leisten können, sorgen im neuen Wagen für den Vortrieb.

Wobei die zusammengerechneten 184 PS nur die Leistung abbilden, die in den Motoren drinsteckt. Die Akkus limitieren die Leistung auf ungefähr 130 PS, sagt Felix Krohn, erster Vorsitzender der Elefants. Da das Auto aber nur 200 Kilogramm wiegt, tut das der Beschleunigung keinen Abbruch. „Von null auf 100 schaffen wir es unter drei Sekunden“, sagt Krohn. So mancher Ferrari-Fahrer kann von solchen Zahlen nur träumen.

Das Auto ist schon nahe an den großen Vorbildern aus der Formel 1 oder der Formel E. Ein paar kleine Unebenheiten sind zwar noch zu erkennen, aber mit den großen Spoilern an der Nase und am Heck sieht der Rennwagen professionell aus.

Große Unterstützung haben die Studenten beim Autobau von ihren Sponsoren erhalten, die Geld, Teile oder Produktionsmittel zur Verfügung gestellt haben. Die Carbon-Felgen seien zugekauft, sagt Filip Tasic, ein Student von Elefant Racing. Manche Teile haben die Studenten selbst entwickelt und gebaut, etwa den Motor. Den habe er selbst zusammengebaut, sagt Tasic.

Mit ihrem selbst konstruierten Auto werden die Studenten an zwei Rennen im Ausland, in den Niederlanden und in Tschechien, teilnehmen. Den Höhepunkt bildet aber das deutsche Rennen auf dem Hockenheimring.

Für sein Auto und seine Arbeit erhält das Team aus mehr als 20 Studenten viel Lob. „Das Team Elefant spiegelt genau das wider, was die Uni Bayreuth ausmacht. Ich muss eine Liebeserklärung an mein Team Elefant abgeben“, lobt der Uni-Präsident Stefan Leible die Studenten. Er mahnt bei den Studenten aber auch an: „Bitte fahrt vorsichtig auf der Autobahn, mit Loki im Anhänger.“

Die Präsentation der Rennmaschine lief nicht ganz wie geplant. Mit einer Nebelmaschine und Unterbodenbeleuchtung wollte das Team etwas Show machen, sagt Felix Krohn. Geklappt hat es weniger, der Fahrer kam nur langsam aus dem Zelt gerollt, in dem Loki vor den neugierigen Augen versteckt war. Den Gästen gefiel es trotzdem: Alle applaudierten, als Loki seine ersten Runden drehte.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading