Bayreuther OB-Wahl Jetzt ist Thomas Ebersberger der Favorit

Thomas Ebersberger. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Er zählte zum Kreis der Favoriten: Viele hatten Altoberbürgermeister Michael Hohl als CSU-Kandidat für die Oberbürgermeister-Wahl im März 2020 auf der Rechnung. Jetzt erklärte der 59-Jährige, nicht antreten zu wollen. Stellt sich die Frage, wer nun seinen Hut in den Ring wirft. Vieles deutet auf Bürgermeister Thomas Ebersberger hin.

Der hält sich aber noch bedeckt. Letztlich hätten die Mitglieder bei der Nominierungsversammlung am 19. September das Sagen. Der 62-Jährige dementiert sein Interesse aber auch nicht: „Ich habe ja nicht ohne Grund in jüngster Zeit mehrfach signalisiert, dass sich aus meiner Sicht mehr aus dieser Stadt herausholen lässt.“ Und: Immerhin sei er jetzt seit drei Amtsperioden Stellvertreter – da sei der nächste Schritt nicht aus der Welt.

Weiter aus dem Fenster lehnt sich da schon Stefan Specht, CSU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. Ebersberger ist für ihn nun der richtige Bewerber. Ohne sie bewerten zu wollen, findet er die Entscheidung von Michael Hohl gut. Weil: „Wenn zwei Alpha-Tiere gegeneinander antreten, führt das automatisch zu einer Polarisierung, zu einer Lagerbildung.“ Auch in der Fraktion mit Blick auf eine „logische“ demokratische Diskussion. Denn jeder sei dann zwangsläufig bemüht, möglichst viele Befürworter auf seine Seite zu ziehen.

„Das würde die tagespolitische Arbeit erschweren“, sagt Specht. So sei seiner Ansicht nach auch der Satz in einer Pressemitteilung von Hohl vom Dienstagabend zu interpretieren. Hohl schrieb, die CSU könne umso erfolgreicher agieren, je geschlossener sie auftrete. Diese Geschlossenheit sei jetzt einfacher herzustellen.

So falle es leichter, auf ein „gemeinsames Ziel“ hinzuarbeiten. Das laute, nach „acht Jahren faktischem Stillstand unter Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe“ wieder Bewegung in die Stadtpolitik zu bringen. Das könne der 62-jährige Wirtschaftsjurist und Fachanwalt für Familienrecht „aus dem Stand heraus“ leisten“. Unabhängig von seinem Alter, „er weiß über alles Bescheid, kann sofort handeln“.

Grundsätzlich sei es laut Specht positiv zu bewerten, dass mit Hohl und Ebersberger gleich zwei „hoch qualifizierte“ Kandidaten im Raum standen. Hohls Rückzug bedeute jedoch nicht automatisch, dass am 19. September letztlich nur ein Kandidat antritt, betonte am Mittwoch auf Anfrage Silke Launert, Vorsitzende des CSU-Kreisverbandes Bayreuth-Stadt. Der Vorstand habe den Kontakt zu mehreren potenziellen Bewerbern gesucht, „einer ist da immer noch im Gespräch“. Es handle sich um eine „jüngere Person“. Einen Namen wolle sie nicht nennen, solange sich der Betreffende nicht abschließend entschieden habe.

Hohl, der am Mittwoch für eine persönliche Stellungnahme nicht erreichbar war, orientiert sich anders. Er sehe seine „aktuelle und zukünftige Aufgabe in der Förderung der Wirtschaftsregion Bayreuth“, heißt es in einer Verlautbarung des Kreisverbandes. Vor allem durch „die Unterstützung und Vernetzung der regionalen Wirtschaft, universitärer Einrichtungen und Start-ups“. Dabei handle es sich um ein „essenziell wichtiges Feld“, wird Hohl zitiert.

Der CSU-Kreisvorstand zolle seiner Entscheidung „großen Respekt“. Er habe jüngst unter anderem die Geschäftsführung der Forschungsvereinigung Neue Materialien übernommen und sei darüber hinaus in zahlreichen weiteren Schlüsselpositionen „hoch engagiert“. Die Frage sei also nicht, ob Hohl positiven Einfluss auf die Entwicklung „unseres geliebten Bayreuths“ nehme, so Silke Launert, sondern aus welcher Position heraus. Auch als Nicht-Kandidat werde er sich „in den Dienst der Bürger, der Stadt und somit auch in den Dienst seiner Partei stellen“.

 

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