Bayreuther Kunstwettbewerb Preise für Leuchtkäfer-Kunst

206 Künstler aus ganz Deutschland haben sich am Bayreuther Kunstwettbewerb „Die Welt der Leuchtkäfer“ beteiligt. Jetzt fand die Preisverleihung statt.

Mit der feierlichen Preisverleihung im Kunst- und Kulturhaus Neuneinhalb fand am Wochenende der bundesweite Kunstwettbewerb „Die Welt der Leuchtkäfer“ seinen Höhepunkt. 206 Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland hatten Werke eingereicht und sich kreativ mit der faszinierenden Welt der Leuchtkäfer sowie den Herausforderungen des Natur- und Artenschutzes auseinandergesetzt, heißt es in einer Mitteilung.

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Die Jury bewertete die Arbeiten nach den Kriterien künstlerische Eigenständigkeit und Qualität, biologischer Bezug sowie Vermittlungskraft, also der Fähigkeit, Menschen für Natur- und Artenschutz zu sensibilisieren.

Wissenschaftlicher Ansatz

Besonders war dabei der wissenschaftliche Ansatz des Wettbewerbs: Statt Leuchtkäfer allgemein darzustellen, sollten sich die Künstlerinnen und Künstler mit einer konkreten der weltweit mehr als 2600 Leuchtkäferarten auseinandersetzen und diese kreativ in Szene setzen.

Initiiert und finanziert wurde der Wettbewerb von „Love Nature Arts (LoNa) – Kunst für Artenschutz“, einer Initiative, die von der Biologin Adriane Lochner ins Leben gerufen wurde und deren Ziel es ist, Menschen durch Kunst für Natur- und Artenschutz zu begeistern und neue Zugänge zu ökologischen Themen zu schaffen.

Der mit 500 Euro dotierte LoNa-Artenschutzpreis ging schließlich an die Nürnberger Grafikdesignerin Susanne Scharff für ihr Werk „Ein Sommernachtstraum“. Ihre Farbstiftzeichnung zeigt Kleine Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula) als geheimnisvolle Waldgeister. Jury-Mitglied und freischaffende Künstlerin Monika Pellkofer würdigte die Arbeit mit den Worten: „Dieses Werk überzeugt nicht nur durch seine handwerkliche Qualität, sondern auch durch seinen feinen Humor und seine Leichtigkeit. Es weckt Sympathie für die dargestellten Tiere und berührt auf ganz natürliche Weise.“

Herz zum Leuchten bringen

Den LoNa-Wirkungspreis (300 Euro) erhielt Volker Bauer, Ranger im Unesco-Biosphärenreservat Rhön, für seine interaktive Skulptur „Hoffnungsschimmer – Wo Käfer leuchten, schlägt das Herz der Natur“. Die aus Kupfer und Holz gefertigte Arbeit zeigt ein Weibchen des Großen Leuchtkäfers (Lampyris noctiluca) und bezieht Besucherinnen und Besucher aktiv ein: Mit einem Kupferherz können sie das symbolische Herz der Natur zum Leuchten bringen. Durch das Drehen an einem Baumstamm, ähnlich wie Leuchtkäfer bei ihrer Partnersuche um Pflanzenstängel klettern, beginnt das Leuchtkäfer-Weibchen zu leuchten. Ein Spiegel macht die Betrachterinnen und Betrachter selbst zum Teil des Kunstwerks.

Adriane Lochner, die zur Jury gehörte, sagte dazu: „Eine sehr kreative Idee, gekonnt umgesetzt mit technischem Sachverstand. Die Verwendung von Naturmaterialien und die Mitmachkomponente verleihen dem Werk einen besonderen Charme und schaffen eine unmittelbare Verbindung zum Publikum.“

Fotografisch besonders anspruchsvoll

Den LoNa-Zukunftspreis (100 Euro) bekam der Hersbrucker Naturfotografen Lars Beygang für sein Foto „Lichtspur im Wald“. Das Bild zeigt einen männlichen Kleinen Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula) leuchtend im Flug in seinem natürlichen Lebensraum. Eine Aufnahme dieser Art gilt als fotografisch besonders anspruchsvoll und erfordert die präzise Abstimmung verschiedener Kameraeinstellungen sowie zahlreiche Versuche.

Geduld, Ausdauer und technisches Können

Jury-Mitglied Stefanie Propp, Vorstandsmitglied des Naturgartenvereins Die Summer: „Für eine Aufnahme wie diese braucht es viel Geduld, Ausdauer und technisches Können. Das Ergebnis ist eine außergewöhnlich stimmungsvolle und atmosphärische Fotografie.“

Die prämierten Arbeiten überzeugten durch ihre unterschiedlichen künstlerischen Ansätze und ihre Fähigkeit, Aufmerksamkeit für den Schutz von Arten und Lebensräumen zu schaffen. Die Entscheidung fiel der Jury jedoch nicht leicht: Aus den 206 Einreichungen wurden insgesamt 30 Werke für die LoNa Selection ausgewählt. Sie alle zeichnen sich durch eine hohe künstlerische Qualität, einen fundierten biologischen Bezug und ein besonderes Potenzial aus, Menschen für Natur- und Artenschutz zu begeistern, so die Jury.

Diese wurden am Bürgerfest-Wochenende, 4. und 5. Juli, in Bayreuth ausgestellt. Die Ausstellung zeigte die große Bandbreite der eingereichten Arbeiten, von Malereien, Zeichnungen und Kunstdrucken über Skulpturen, Lichtinstallationen und Filzarbeiten bis hin zu zeitgenössischen Objekten wie einem bemalten Skateboard oder einem Leuchtkäfer-USB-Stick. Das Interesse war groß, in den Ausstellungsräumen ging es zeitweise sehr eng zu.

Volles Haus

Die Werke werden demnächst außerdem zusammen mit einem Video der Veranstaltung auf der Website von Love Nature Arts in einer Online-Ausstellung präsentiert. Darüber hinaus wurden alle 30 ausgewählten Arbeiten samt Bildbeschreibungen auf großformatigen A1-Postern aufbereitet. Die vollständige Serie steht künftig als Wanderausstellung zur Verfügung.

„Die hohe Qualität der Einreichungen und die Vielfalt der Perspektiven haben uns beeindruckt. Die Künstlerinnen und Künstler haben gezeigt, dass Kunst ein kraftvoller Zugang zu Themen des Natur- und Artenschutzes sein kann“, sagt Adriane Lochner abschließend. Die Ausstellung mache deutlich, wie vielfältig Leuchtkäfer wahrgenommen und interpretiert werden können – von naturgetreuen Darstellungen bis hin zu symbolischen, emotionalen und gesellschaftskritischen Arbeiten.