Semyon Bychkov Tempi sind Geschmacksache, wirken nicht immer bequem für die Sänger. Selbst für solche mit dem großen Atem und Volumen wie Andreas Schager. Dass er ein wirklich imponierender Tristan ist, beweist er im dritten Aufzug. Da wird es für das Durchhaltevermögen von Heldentenören ja gewöhnlich ernst. Bei Schager wirkt sein Auftrumpfen wie ein befreites „endlich-darf-ich“. Kondition oder Durchschlags- und Strahlkraft sind ja nicht sein Problem. Da stellt er alles in den Schatten. Wo andere um Höhen ringen müssen, ist es bei ihm mehr der Kampf um die noch gesungenen, leisen, gefühlvollen Töne. Dass er den Kampf darum immer mal wieder aufnimmt, spricht für ihn. Dass er nicht immer gewinnt, nicht gegen ihn. Liegt ein bisschen auch an Wagner. Diesmal könnte man sagen: auch an Bychkov.