Bayreuther Festspiele Netrebko: Elsa an zwei Abenden

Singt im Bayreuther Festspielhaus an zwei Abenden die Elsa im 
„Lohengrin“: Anna Netrebko. Foto: Georg Hochmuth/dpa

BAYREUTH. Die ersten Sänger sind eingetroffen, die Proben starten und die Blumenrabatten rund ums Festspielhaus werden aufgehübscht. Die „heiße Phase“ auf dem Grünen Hügel hat begonnen. Am Donnerstag, 25. Juli, um 16 Uhr werden die Bayreuther Festspiele 2019 mit einer Neuinszenierung von Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ eröffnet.

Einiges hat sich verändert, vieles ist so geblieben, wie es immer war. Erneut warten die Festspiele mit einem „Ring“-freien Spielplan auf. Wagners drei Tage und einen Vorabend umfassendes Werk wird erst 2020 mit einer Neuinszenierung wieder im Programm sein. Heuer gibt es die Opern „Tannhäuser“, „Lohengrin“, „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Parsifal“ und „Tristan und Isolde“.

Mit Blick auf die beiden vergangenen Jahre spricht Pressesprecher Peter Emmerich von „Festspielen, die so waren, wie man sie sich wünscht“. Es sei sehr viel über die Kunst diskutiert worden, was nicht überlagert worden sei von Themen, die nichts mit den Festspielen zu tun haben. Skandalfreie Festspiele wünscht sich Emmerich auch für dieses Jahr.

Gesprächsstoff auf künstlerischer Ebene dürfte es genügend geben, schließlich geben in diesem Jahr prominente Sänger ihr Bayreuth-Debüt.

„Tannhäuser“: Es ist nicht das erste Stück von Richard Wagner, das sich Regisseur Tobias Kratzer vorgenommen hat. Unter anderem für seine Inszenierung der „Götterdämmerung“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe wurde Kratzer als „Opernregisseur des Jahres 2018“ ausgezeichnet. Seine bisherigen Inszenierungen zeichneten sich durch ausgefeilte Konzepte aus, die den Zuschauern fordern. Reine Opernkulinarik darf man von Kratzer nicht erwarten.

Unter der musikalischen Leitung des russischen Dirigenten Valery Gergiev wird eine „Tannhäuser“-Fassung gespielt, die der Dresdner Fassung nähersteht als der Pariser. Das heißt, das laszive Venusberg-Bacchanal, das Wagner für Paris komponiert hat, wird es nicht geben.

Bayreuth-Debüts: Bereits im vergangenen Jahr war darüber spekuliert worden. In diesem Jahr kommt sie tatsächlich. Die weltberühmte Sopranistin Anna Netrebko gibt ihr Bayreuth-Debüt. Allerdings wird sie die Partie der Elsa von Brabant im „Lohengrin“ nur an zwei Abenden singen: am 14. und 18. August. In den fünf weiteren „Lohengrin“-Aufführungen singt Krassimira Stoyanova die Elsa.

Vielleicht noch spannender als die Auftritte von Anna Netrebko dürfte das Debüt der jungen norwegischen Sängerin Lise Davidsen als Elisabeth im „Tannhäuser“ werden. Davidsen wird bereits als „neuer Stern am Opern-Himmel“ gefeiert. Nicht allein aufgrund ihrer skandinavischen Herkunft dürften Wagner-Fans in Verzückung geraten.

Rollen-Debüt: In Barrie Koskys virtuoser „Meistersinger“-Inszenierung bleibt – zum Glück – vieles so, wie es war. Die meisten Sänger dieser Produktion kommen auch im dritten Jahr wieder nach Bayreuth. Eine Umbesetzung wird es aber erneut bei der Rolle der Eva geben. Mit Camilla Nylund wird nun auch diese Partie mit einer international gefeierten Sängerin besetzt.

Doppelbesetzungen: Eine Reihe von Sängern ist in zwei großen Partien zu hören. Zugleich sind bei einigen Rollen von vornherein zwei Sänger nominiert. Stephen Gould etwa wird die Titelpartie in der Neuinszenierung des „Tannhäuser“ singen. Außerdem gibt er dreimal den Tristan, unter anderem in der letzten Aufführung am 28. August, nach der Katharina Wagners Inszenierung vom Spielplan verschwinden wird. In den übrigen drei „Tristan“-Aufführungen singt Stefan Vinke.

Kartenpreise: Teurer wird’s in diesem Jahr. Auf den Randplätzen im Parkett zumal (der Kurier berichtete). Als Gründe für die Preiserhöhung nennt Peter Emmerich gestiegene Kosten für materielle Aufwendungen, Energie und Sicherheit. Jedoch räumt auch der Pressesprecher ein: „Die Preise sind an einer gewissen Grenze angekommen.“ Mehr dürfte kaum möglich sein.

Premierenwoche: Auch wenn die Anzahl der Stücke überschaubar ist, scheint das Erstellen des Spielplans komplizierter zu sein, als man denkt. Jedenfalls: die klassische Premierenwoche, in der jedes Werk einmal gespielt wird, wird es in diesem Jahr nicht mehr wie gewohnt geben. So steht der erste „Tristan“ erst am achten Aufführungstag auf dem Spielplan. „Wenn man die besten Sänger haben will, konzentriert sich das auf wenige Personen“, sagt Peter Emmerich. Und auf deren Terminkalender wird nun mehr Rücksicht genommen, als das früher der Fall war.

 

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