Bayreuther Festspiele Der Blick geht aufs Jubiläum

Nach den Festspielen ist vor den Festspielen. Die Verantwortlichen ziehen zufrieden Bilanz, blicken aber vor allem auch auf 150 Jahre Wagner-Festspiele im nächsten Jahr voraus.

29 Aufführungen gab es in diesem Jahr bei den Bayreuther Festspielen zu sehen. Foto:  

Mehr als 56.000 Fans von Richard Wagner haben die 29 Aufführungen der 114. Bayreuther Festspiele in diesem Jahr angezogen. Nahezu alle Vorstellungen seien ausverkauft gewesen, die Auslastung lag bei 98,1 Prozent, meldet die Festspielleitung.

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Open Air als Publikumsmagnet

Neben der vielbeachteten Neuproduktion von „Die Meistersinger von Nürnberg“, mit denen das Festival am 25. Juli auch eröffnet wurde, seien auch zwei Freiluftveranstaltungen absolute Highlights gewesen. So lockte das große Festspiel-Open-Air-Konzert am 24. Juli bei bestem Sommerwetter über 10.000 Gäste an. Umso bedauerlicher sei es, dass die am 28. Juli geplante Zweitauflage wetterbedingt abgesagt werden musste. Dafür feierten am 27. Juli mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher das erste Chor-Open-Air unter der Leitung des neuen Chordirektors Thomas Eitler-de Lint.

Die Jubiläums-Festspiele werden am 25. Juli 2026 feierlich mit einem Festakt eröffnet. Am 26. Juli feiert dann erstmals in der Geschichte der Festspiele Richard Wagners frühe Oper „Rienzi“ Premiere – ausschließlich im Jubiläumsjahr. Unter der musikalischen Leitung von Nathalie Stutzmann und in der Regie von Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka sind unter anderem Andreas Schager, Gabriela Scherer und Jennifer Holloway zu erleben.

Visionäres Ring-Experiment

Mit dem Projekt „RING 10010110 – Vom Mythos zum Code“ wird zum 150-jährigen Jubiläum ein visionäres Experiment gewagt: Eine Inszenierung, die nicht nur Wagners Musikdrama zeigt, sondern auch seine Rezeptionsgeschichte reflektiert. Eine sich ständig verändernde visuelle Ebene erweitert und transformiert den Bühnenraum – erstmals in der Festspielgeschichte wird dabei Künstliche Intelligenz als bildgebende Kraft eingesetzt. Es werden drei Ring-Zyklen unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann aufgeführt.

Als Wiederaufnahmen sind „Der fliegende Holländer“ ab 29. Juli mit Oksana Lyniv (Dirigat) Asmik Grigorian als Senta (6. und 18. August), Nicholas Brownlee als Holländer, Mika Kares als Daland sowie ab 31. Juli „Parsifal“ in der Inszenierung von Jay Scheib mit Pablo Heras-Casado (Dirigat), Miina-Liisa Värelä (Kundry), Andreas Schager (Parsifal), Georg Zeppenfeld (Gurnemanz) und Michael Volle (Amfortas) zu sehen.

Auftragsarbeit wird uraufgeführt

Zum Jubiläum präsentieren die Festspiele zudem die Uraufführung der Auftragsarbeit „Brünnhilde brennt: ein Spiel mit dem Feuer“ von Bernhard Lang (Musik) und Michael Sturminger (Libretto). In Koproduktion mit der Oper Dortmund lädt das Werk das Publikum zu einem Spiel mit Realitätsebenen und einer Reflexion über den Umgang mit unserem kulturellen Erbe ein.

Nochmal ein Blick zurück auf dieses Jahr. So feierte das Format „Diskurs Bayreuth“ sein zehnjähriges Bestehen. Unter dem Titel „Die Erfindung der Vergangenheit“ widmete sich ein interdisziplinäres Symposium der Frage, wie Geschichte, Erinnerung und Kunst ineinandergreifen – und was geschieht, wenn Kultur ihre Vergangenheit neu erfindet. Fachleute aus Musik, Kultur und Wissenschaft diskutierten dabei intensiv.

2000 im „Thannhäuser“ für Kinder

Bereits zum 16. Mal fand das von BF-Medien realisierte Projekt „Wagner für Kinder“ statt. Eine eigens für Kinder geschaffene Version von „Tannhäuser“ wurde zehnmal auf der Probebühne IV aufgeführt. Alle Vorstellungen waren ausverkauft und begeisterten rund 2000 junge Zuschauerinnen und Zuschauer. Neben zahlreichen Sponsoren unterstützten insbesondere die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth und TAFF die Kinderoper.

Das Projekt „Wagner for Starters“ ermöglichte es jungen Menschen bis 25 Jahren, vergünstigte Karten zu erwerben. Die Nachfrage überstieg das Angebot bei Weitem. Dank der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth wird dieses erfolgreiche Angebot auch 2026 fortgeführt, dann zu einem Preis von nur 50 Euro pro Karte.

Informationen zur Bestellung: Die Bestellunterlagen für die Festspielsaison 2026 sind mit dem 27. August 2025 online. Bestellungen sind bis spätestens 12. Oktober 2025 abzugeben.

Informationen zur Bestellung
Die Bestellunterlagen für die Festspielsaison 2026 sind mit dem 27. August 2025 online. Bestellungen sind bis spätestens 12. Oktober 2025 abzugeben.