Bayreuther demonstrieren im Liegen Asyl-Protest: Flashmob in der Bayreuther Innenstadt

Etwa 200 Menschen haben am Samstagmittag in der Bayreuther Innenstadt durch eine ungewöhnliche Aktion auf die Flüchtlingsproblematik an den europäischen Grenzen aufmerksam gemacht. Auf ein Zeichen legten sich die Menschen auf den Boden, ließen die Umrisse ihrer Körper mit Kreide umzeichnen. Wie Tote im Tatort.

Die Reaktionen waren unterschiedlich: Von spontaner Teilnahme bis zur Frage, wer die Kreide wieder wegputzt. Um kurz vor zwölf Uhr trafen sich am Samstagmittag etwa 200 Menschen vor dem Bayreuther Karstadt. Jeder suchte sich einen Partner, der Flashmob formierte sich. Um Punkt zwölf ertönten drei Trommelschläge. Die Teilnehmer des Flashmobs ließen sich auf den Boden fallen, ihre Partner umzeichneten die Körper der Liegenden mit Kreide. Sie gaben den Umrissen Namen, meist afrikanische oder arabische, schrieben Todesort und Sterbedatum dazu: Mittelmeer und 2014.

Nach der Werbung weiterlesen

„Es ging uns um den spontanen Protest“, sagt Amadeus van Lier (26). Er und André Ulbrich (26) haben die Aktion organisiert. Beide engagieren sich im Bayreuther Verein „Bunt statt braun - gemeinsam stark für Flüchtlinge“, in dem die Idee zu dem Flashmob entstanden war. Vor einigen Wochen lief das italienische Seenotrettungsprogramm „Mare Nostrum“ aus, das Flüchtlinge aus dem Mittelmeer rettete, die in Booten aus Nordafrika Richtung Europa unterwegs waren. Jetzt soll sich die EU um Flüchtlinge kümmern. Das neue Programm heißt „Triton“ und ist unter der Regie der Grenzschutzorganisation Frontex angesiedelt. Mit einer anderen Zielsetzung, sagt der Bayreuther Amadeus van Lier: „Grenzsicherung statt Seenotrettung.“ Die Zahl der Flüchtlinge werde aber auch in den kommenden Jahren nicht abnehmen, die Zahl der Menschen, die im Mittelmeer ertrinken eher weiter steigen. „Da wollten wir eine schnelle Reaktion zeigen“, sagt der Organisator des Bayreuther Flashmobs.

Deshalb wählten die Organisatoren diese Form des Protests. Es musste schnell gehen. Die Namen schrieben sie neben die Umrisse, um den Ertrunkenen einen Namen zu geben. „Wir sollten das nicht als anonyme Zahl hinnehmen.“ Mit dem Flashmob waren die Organisatoren am Nachmittag zufrieden: „Man hat sich zumindest über die Aktion unterhalten. Und das war wichtig für uns“, sagt Amadeus van Lier.