Bei strahlendem Herbstsonnenschein verwandelte sich der karge Volksfestplatz in Windeseile in ein liebenswertes Chaos. Tapeziertische und Partyzelte wurden aufgestellt und – der Klassiker auf den Flohmärkten – Hunderte von Picknickstühle für die fleißigen Händler.Eines fiel bei den vielen, die emsig Kartons schleppten, Kleider sortierten und Tische dekorierten, besonders auf: Sie alle waren sichtlich gut gelaunt – und das nicht nur wegen des Bilderbuchwetters, sondern auch wegen der vielen Bekannten, die man zwischen den bunten Ständen immer findet. Die Freundschaft unter den Flohmarktfans geht soweit, dass einige sogar auf eine Stippvisite vorbeikommen, wenn sie keinen Platz gemietet haben. Wie etwa eine junge Türkin, die seit 15 Jahren regelmäßig an der gleiche Stelle zu finden ist. An diesem Wochenende musste sie jedoch passen, weil der Ehemann das Auto braucht. Dennoch kam die sympathische Händlerin auf einen Sprung vorbei: „Ich muss doch wenigstens mal schauen, wer da ist“, lacht sie.Gerade beim Aufbauen wird deutlich, wie freundschaftlich der Umgang zwischen den Flohmarktlern ist. „Klar halten wir zusammen“, erklärt eine Standbesitzerin. „Wenn einer Hilfe braucht, weil der Tapeziertisch klemmt oder eine Kiste zu schwer ist, packt jeder mit an.“ Sogar Standbetreuung schließt das ungeschriebene Gesetz der Nachbarschaftshilfe mit ein.Der 59. Bayreuther Flohmarkt ist am heutigen Freitag und am morgigen Samstag für alle Interessierten offen.