Bayreuth Wer’s nicht glaubt, geht zu Jesus am See

Anne Müller
Mehr als eine Messe: Das Festival Jesus am See startet am Donnerstag mit einer Musik-Nummer. Zwischen den Vorträgen soll es immer etwas zum hören geben. Foto: Andreas Harbach/Archiv

Musik, Vorträge und viele Menschen: Zum zweiten Mal steigt das Glaubensfestival in der Wilhelminenaue.

Bei Organisator Marcus Mühlnikel steigt die Vorfreude auf das viertägige Festival Jesus am See, das am Donnerstag startet. Mühlnikel, der beim CVJM-Arbeitskreis Bayreuth arbeitet, veranstaltet das Festival zusammen mit Helmut Gillich, Ruth Bezold und weiteren Freunden und Helfern aus rund 15 Gemeinden der Region. „Am meisten freue ich mich auf die unerwarteten Begegnungen“, sagt er. Also auf die Menschen, die sich am See der Wilhelminenaue einfinden werden.

Es ist das erste Festival seit zwei Jahren, denn 2021 und 2020 musste Jesus am See corona-bedingt eine Pause einlegen. Er lacht und erinnert sich an das letzte Mal: 2018 gab es so einige Episoden, mit denen er nie gerechnet hätte: „Während des Festivals findest du dich plötzlich in tiefen und bewegenden Glaubensgesprächen mit Leuten wieder, von denen du das nie erwartet hättest.“ Er und sein Team seien sehr unterschiedlich in ihren Meinungen, Einstellungen und Positionen.

Die Verkündiger seien so vielfältig, „wie das Leben mit unserem Glauben nun einmal ist“, sagt Mühlnikel. Die Gemeindepfarrer Stefanie Lauterbach und Christian Steger halten Vorträge, ihr Kollege Friedemann Wenzke predigt am Sonntag um 10 Uhr. Landesjugendpfarrer Tobias Fritsche, Jörg Streng und Waldemar Grab seien „wunderbare Musiker“, die die Vorträge begleiten. Theologin Mihamm Kim-Rauchholz arbeitet an der Internationalen Hochschule Liebenzell und berichtet von Mikronesien, wo sie drei Jahre lang im Bundesstaat Chuuk missionierte. „Ich bin sehr gespannt auf die Inhalte“, sagt Mühlnikel.

Musik zwischen den Vorträgen kommt vom Bezirksposaunenchor Bayreuth-Bad Berneck, den Bands Jericho aus Schweinfurt und der Band Ita, der Ska-Band October Light aus dem kroatischen Pušcine und Merle Neumann mit ihrer Band.

Das Thema des Festivals ist Reisen, Aufbruch und Ankommen. Organisator Mühlnikel sagt, die Reisemetapher ist auch auf die vergangenen zwei Jahre übertragbar, „weil wir uns ja alle mit etwas völlig Unerwarteten auseinandersetzen mussten und uns einen neuen Horizont suchen mussten.“ Die Pandemie mit all ihren Auswirkungen habe die Menschen urplötzlich aus ihrer Routine und ihrem Alltag herausgerissen und oft genug dazu geführt, dass auch die Gedanken neue und unerwartete Wege genommen haben. „In solchen Situationen hat man dann plötzlich Zeit zum Denken, und es kommen Lebens- und Sinnfragen hoch. Und natürlich auch Zweifel“, sagt der CVJM-Mann. „Und weil wir Menschen unterschiedlich sind, gehen wir unterschiedlich damit um.“ Genau wegen dieser Vielfalt seien die Gespräche auf Augenhöhe.

„Keine Bange“, sagt er, „wir wollen und können niemandem irgendeine Ansicht aufdrücken. Wir wollen bei Jesus am See einladen zu Begegnungen, zum Leben mit Jesus.“

 

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