Experten raten zur rechtzeitigen Vorsorge für den Winter Viele hoffen auf den Preissturz beim Heizöl

Christoph Köll

BAYREUTH. Die Sommermonate sind für gewöhnlich die beste Zeit, die Heizölvorräte aufzufüllen. Um für die kalte Jahreszeit gerüstet zu sein, raten Experten, die Entwicklung auf dem Ölmarkt im Auge zu behalten. Die Erfahrung zeigt: Je später das Jahr, desto höher die Preise.

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Seit Mai sei die Heizölpreisentwicklung „in einem Seitwärtstrend“, erklärt Klaus Bergmann, Geschäftsführer des Internetportals Easy-oil aus Lüneburg, und ergänzt, dass dieser Trend mit Sicherheit so andauern wird. Auch durch die momentane Sorge im Wirtschaftssystem und auf den Finanzmärkten sei die Gefahr eines Preisanstiegs des Öls derzeit eher gering, sagt er. Ein Preissturz wie 2008 ist für Bergmann allerdings nicht unwahrscheinlich. Er begründet dies mit der derzeitigen Unsicherheit, die von den Börsen widergespiegelt würde. Im Falle eines Einbruchs der Wirtschaft würden die Ölpreise wie 2008 also rapide fallen.

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Bergmann sieht dabei jedoch zwei Probleme für die Käufer. Zum einen sei es kaum möglich, Vorhersagen zu treffen, wann es zu einem Preissturz komme. Zum anderen könnte es in Deutschland trotz eines Preisrückgangs auf dem Weltmarkt zu einer andauernden Stagnation des Preises kommen. Bergmanns begründet das damit, dass die Öltanks in Deutschland derzeit beinahe leer seien, weil die Verbraucher auf günstigere Ölpreise warten würden. Deshalb würde es, wie er sagt, im Falle eines Preissturzes und des damit einhergehenden Ansturms auf die vollen Tanks der Händler dazu kommen, dass die Ölpreise wieder steigen. Nur wenn die Rücksetzung der Preise länger, etwa ein halbes Jahr, andauere, würden die Verkaufspreise wieder niedriger werden, sagt der Fachmann. 

Wie das Spekulieren an der Börse

In Bayreuth warten die Käufer noch ab. Die Eindeckung mit Heizöl sei normal, sagt Thomas Gebhard, Regionalleiter Oberfranken Ost der BayWa AG. Für ihn ist die Suche nach dem richtigen Zeitpunkt für den Kauf von Heizöl wie das Spekulieren an der Börse. „Den Ölpreis beeinflussen viele verschiedene Faktoren“, sagt Gebhard. Ratschläge will er nicht geben, denn die Entwicklung der Preise sei rein spekulativ. Nach seiner Erfahrung reagieren die Käufer allerdings meist richtig, da sie „genau dann zuschlagen, wenn die Preise absacken“. Für die nächsten Jahre sei aber, wie er befürchtet, mit noch höheren Preisen zu rechnen.

Symbolbild: pa