Bayreuth Tipps im Frühling – was man für Gartentiere tun kann

Mit welchen Stauden Gartenbesitzer Insekten ein lebensfreundliches Umfeld schaffen, erläutert der Bayreuther Stadtgartenamtsleiter Robert Pfeifer in seinem Gartentipp.

An feuchten Standorten, etwa am Teichrand, gedeiht der Blutweiderich. Seine violetten Blüten ziehen viele Insekten an. Foto: red

BAYREUTH. Der April ist die beste Zeit, um winterharte Blütenstauden zu pflanzen. Mehrjährige Stauden bescheren den Gärten und Parks über viele Jahre Blütenreichtum. Vor dem Hintergrund der rückläufigen Insektenbestände wird sich mancher Gartenbesitzer schon gefragt haben, welche Stauden attraktiven Gartenmotiven und reichem Insektenleben gleichzeitig förderlich sind. Ein paar Grundregeln stellt Stadtgartenamtsleiter Robert Pfeifer in seinem Gartentipp für den Monat April vor. Grundregel Nummer 1: „Das Blütenangebot sollte jahreszeitlich soweit ausdehnt werden, dass immer ein Angebot an Nektar und Pollen vorhanden ist“, sagt Robert Pfeifer. Von den ersten Frühlingsblühern, wie dem Lungenkraut, bis zu den letzten Blüten der Fetthenne im Herbst herrscht so immer ein gedeckter Tisch. Ein Motto unter den Staudenliebhabern lautet: „Es wird durchgeblüht – das hilft auch den Insekten“, so Pfeifer.

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Robert Pfeifer vom Stadtgartenamt: Blüten möglichst über das ganze Jahr zur Verfügung stellen. Foto: Steffen Huber/Stadt Bayreuth

Grundregel Nummer 2: Im Gegensatz zu Sorten mit gefüllten Blüten bieten naturnähere Blütenformen mit offenen Schalenblüten ein reiches Nektarangebot. „Beobachten Sie einmal, wie sich eine Biene oder Hummel an der Blüte einer ungefüllten Pfingstrose an Nektar und Pollen bedient, dann wird schnell klar, wie wichtig diese für die Insekten sind“, weiß der Stadtgartenamtsleiter. Grundregel Nummer 3: Einige Staudenarten sind für bestimmte Insektenarten besonders attraktiv: Hummeln fliegen beispielsweise auf die Blaue Kugeldistel, die Blaue Holzbiene auf den Muskatellersalbei, Nachtfalter auf Phlox. Hohe Artenvielfalt bei den Gartenpflanzen fördert auch den Reichtum an Insekten.

Grundregel Nummer 4: Nicht nur die Nahrungsversorgung mit Nektar ist wichtig, sondern auch die Fraßpflanzen für die Raupen. Hier sind heimische Wildstauden gefragt. Eine Brennesselecke im Garten hilft den Raupen vom Tagpfauenauge und vom Kleinen Fuchs, Veilchen dem Kaisermantel. Will man den Insekten wirklich helfen, sollte man die Vielfalt der heimischen Pflanzenwelt in den Garten hereinlassen. Die Fachliteratur hilft hier weiter bei der Frage, welche Pflanzen für welche Insektenlarven besonders förderlich sind. „Wenn man diese Grundregeln beachtet, wird der Garten nicht nur ein paradiesischer Rückzugsraum für seine menschlichen Bewohner, sondern auch für die Tierwelt“, sagt der Stadtgartenamtsleiter.