Bayreuth Tigers Verteidiger mit viel Scorerpotenzial

Kann auch einstecken: Tigers-Neuzugang Michal Spacek (links) im Schlagabtausch mit Mathieu Tousignant Foto: Imago Images/Ballasch

Michal Spacek verlässt nach sieben Jahren die Hammer Eisbären und schließt sich den Bayreuth Tigers an.

 
Schließen

Diesen Artikel teilen

Wäre heute der 1. April, dann hätte man den Fans der Bayreuth Tigers mit der Meldung der Verpflichtung eines tschechischen Nationalspielers einen ordentlichen Bären aufbinden können – und das nur durch Hinzufügen eines einzigen Buchstabens. Doch weil auch Trainer Larry Suarez nicht zaubern kann, handelt es sich bei dem jüngsten Neuzugang für die kommende Saison in der Eishockey-Oberliga Süd nicht um den WM-Bronzemedaillengewinner von 2022 und Topscorer des Schweizer Nationalligisten HC Ambri-Piotta, Michael Spacek, sondern um den ebenfalls in Marienbad geborenen Michal Spacek.

Aber auch der 31-jährige Verteidiger besitzt einiges an Scorerpotenzial, das er in den vergangenen sieben Jahren bei den Hammer Eisbären – die letzten drei davon als stellvertretender Kapitän – mit 145 Punkten (57 Tore/88 Assists) in 84 Spielen in der Regionalliga West und 121 Punkten (25/96) in 166 Partien in der Oberliga Nord unter Beweis stellte. Besonders wertvoll ist der Tscheche aber, seit er vor einem Jahr auch einen deutschen Pass erhielt und somit keine der drei Kontingentstellen mehr einnimmt. „Das ist wie ein Jackpot für uns“, freute sich der Sportliche Leiter Ibrahim Weißleder damals über die Einbürgerung. Und auch Spacek, der seit einigen Jahren auch einige Nachwuchsteams der Eisbären betreute und in Hamm sehr beliebt war, äußert sich in der Mitteilung der Tigers nur positiv über seinen bisherigen Klub, mit dem er als Tabellensechster im Achtelfinale knapp mit 2:3 Siegen am Süd-Dritten Deggendorf scheiterte: „Kontinuität ist mir wichtig, und ich habe mich immer wohlgefühlt in Hamm. Wir konnten dort im Nachwuchs viel machen und hatten ein gutes Schulprogramm. Ich hatte auch immer ein gutes Verhältnis mit den Verantwortlichen, mit denen ich vertrauensvoll zusammenarbeiten konnte.“

Doch wieso zieht es ihn dann jetzt nach Bayreuth? „Jetzt ist aber Zeit für etwas Neues, eine neue sportliche Herausforderung, die ich angehen möchte. Ich kenne einige der bereits verpflichteten Jungs und denke, dass sich der Kader bisher sehr interessant anhört. Ich glaube, dass Bayreuth, wo ich zuletzt als Kind einmal gewesen bin, in der kommenden Saison gutes Eishockey spielen kann, und bin froh, ein Teil davon zu sein. Ich freue mich auf die Herausforderung in der Oberliga Süd, die ich bisher noch nicht kenne.“ Aber gerade auch die Nähe zu seiner nur etwa 100 Kilometer und anderthalb Autostunden entfernten Heimatstadt sei ein Faktor gewesen. „So ist die Familie in der Nähe und für mich schnell zu erreichen.“

Neben seinen Offensivqualitäten („Ich unterstütze gerne unsere Stürmer in ihrer offensiven Arbeit und versuche immer, eine Entscheidung für das Team zu finden, weniger für mich persönlich“) bringt der 1,88 Meter große und 95 Kilogramm schwere Linksschütze aber auch eine gewisse Härte mit: „Ich versuche immer, hart zu spielen, Checks zu fahren, aber im fairen Rahmen. Ebenso wichtig ist es, in gewissen Situationen Schüsse zu blocken.“ Auch bei den Zielen seien die persönlichen nicht so wichtig, wie Spacek sagt. „Ich möchte einfach mein bestes Eishockey anbieten und dem Team damit bestmöglich helfen. Natürlich möchte jeder Eishockeyspieler, also auch wir, Playoffs spielen. Wir werden alles tun, um über die Hauptrunde möglichst viele Punkte zu holen und auch den Fans damit etwas für ihre Unterstützung zurückgeben zu können.“

Nach seiner Eishockeyausbildung in seiner Heimatstadt und in Pilsen spielte Spacek noch für jeweils eine Saison in Juniorenligen in Kanada und den USA. Dort lief er dann auch für zwei Spielzeiten in der ECHL für Stockton Thunder auf, bevor er für zwei weitere Jahre nach Pilsen zurückkehrte und mit dem HC unter anderem zwei Partien in der Champions Hockey League bestritt.

Autor

Bilder