Während Wahlveranstaltung mit Habeck Reifen der Grünen-Direktkandidatin zerstochen

Das Foto einen der zerstochenen Reifen des Autos von Susanne Bauer. Die Polizei sucht Zeugen. Foto: privat

Verstörende Randnotiz eines sonst ruhigen Politikabends: Während der Wahlveranstaltung der Grünen, bei der im Ehrenhof des Alten Schlosses am Donnerstagabend der Co-Bundesparteivorsitzende Robert Habeck als Stargast auftrat, haben bislang Unbekannte die Autoreifen der Grünen-Direktkandidatin im Wahlkreis Bayreuth, Susanne Bauer, zerstochen.

Bauer parkte ihr Fahrzeug am Nachmittag gegen 14 Uhr im Innenhof des Anwesens Richard-Wagner-Straße 6 – nur knapp 200 Meter vom Veranstaltungsort entfernt, von diesem aber nicht einsehbar. Als sie zwischen 20.30 und 21 Uhr mit dem Auto zum Ehrenhof fuhr, um Dinge einzuladen, fielen zwei zerstochene Reifen an dem Fahrzeug auf, auf dem Aufkleber der grünen Partei kleben. Später wurde klar, dass auch ein dritter Reifen beschädigt wurde. Bauer rief die Polizei und ließ sich von einer Parteikollegin zurück nach Pegnitz nehmen. Das Auto musste abgeschleppt werden.

"Reifen zu zerstechen ist ein Angriff gegen einen fairen Wahlkampf und letztlich auf die Demokratie“, sagt Bauer im Kurier-Gespräch am Freitag. “Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich sofort Solidarität und Angebote für Fahrdienste bekommen habe.“ Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, so betont die Sprecherin des Grünen-Kreisverbands Bayreuth-Land und des Grünen-Bezirksverbands Oberfranken, wäre sie um die Uhrzeit nicht mehr nach Hause gekommen.

Das hatte Bauer am Donnerstagabend auch schon gesagt, als sie bei der mit 400 Menschen gut besuchten und völlig friedlichen Wahlkampfveranstaltung vor Habecks Auftritt rund 20 Minuten lang sprach: „Wir sind hier auf dem Land; ohne Auto geht es nicht. Deshalb unterstützen wir den Umstieg auf emissionsfreie E-Mobilität.“

Ferner trat Bauer in ihrer Rede für mehr soziale Gerechtigkeit sowie eine bessere Pflege in Deutschland ein und forderte stärkere Unterstützung für die Kultur. „Kultur bildet die Infrastruktur für unsere Demokratie." Bei Bauer überwiegt trotz der kaputten Reifen das Positive. „Wir erhielten viel Zuspruch und auch die Organisation klappte reibungslos.“

Das bestätigt Ernst Barth, Sachbearbeiter Ordnungs- und Schutzaufgaben bei der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt. „Die Ordner haben sich gut um das Freihalten von Durchgangswegen und das Einhalten der Corona-Regeln gekümmert.“ Weder im Vorfeld noch während des Wahlevents, das von Einsatzkräften der Bayreuther Polizei und der Bereitschaftspolizei aus Nürnberg begleitet wurde, sei „eine Klientel aufgefallen, die die Veranstaltung stören wollte“. Alles absolut ruhig, sagt Barth.

Ob die zerstochenen Reifen einen konkreten Bezug zum Wahlevent haben, könne die Polizei weder bestätigen noch dementieren. Der entstandene Schaden betrage 450 Euro. In dem Innenhof gibt es ein Parkhaus mit Außenparkplätzen, wodurch es nicht ungewöhnlich ist, dass dort Menschen vorbeigehen, die nicht direkt dort wohnen. Die Polizei will dennoch Anwohner befragen. Auch soll geprüft werden, ob es Videoaufzeichnungen gibt und sollen die Reifen noch genauer untersucht werden, um herauszufinden, mit welchem Gegenstand zugestochen wurde. „Die Kripo ist eingeschaltet“, sagt Barth.

Die Polizei bittet die Öffentlichkeit um Hilfe. Zeugen werden gebeten, sich bei der Inspektion Bayreuth-Stadt unter der Telefonnummer 0921/506-2130 zu melden.

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