Wie kam es zur Oberfranken-Kandidatur?Hohlmeier: CSU-Generalsekretär und Bezirkschef Karl-Theodor zu Guttenberg hat mich am Freitagabend angerufen und gefragt, ob ich Interesse habe, in Oberfranken zu kandidieren. Ich habe mit meiner Familie darüber gesprochen und noch in der Nacht zugesagt. Am Samstag kam ich dann gleich nach Kulmbach zur Bezirksvorstandssitzung, die mich einstimmig gewählt hat.Warum treten Sie gerade in Oberfranken an?Hohlmeier: Das ist die Region in Bayern, die am meisten zu kämpfen hat und am meisten von europäischen Entscheidungen bei der Förderkulisse betroffen ist. Ich will mich künftig für die oberfränkische Infrastruktur und deren Förderung durch die EU einsetzen. Wir werden nur dann in Bayern erfolgreich sein, wenn es jeder Region gut geht. Ich kann drei Fremdsprachen Französisch, Englisch und Spanisch und hatte schon immer großes Interesse an der europäischen Entwicklung.Was hat Ihre Familie dazu gesagt?Hohlmeier: Für mich ist das eine langfristige Entscheidung. Mein Mann und ich werden unseren Hauptwohnsitz in Oberfranken nehmen. Unsere beiden Kinder sind schon groß und werden auswärts studieren. Mein Mann wird weiter in München arbeiten und pendeln.Wo werden Sie wohnen?Hohlmeier: Das steht noch nicht fest. Wir werden einen Wohnort wählen, von dem aus ich den Flughafen Nürnberg gut erreichen kann, um von dort aus nach Straßburg und Brüssel zu fliegen. Wir wollen möglichst rasch zum Jahresanfang 2009 umziehen, damit ich mit meinen Besuchen von Gemeinden und Kreisverbänden beginnnen kann. Für Sie als Münchnerin wird es sicherlich eine große Umstellung sein, in eine ländlich geprägte Region zu ziehen?Hohlmeier: Ich habe eine Menge Freunde in Oberfranken, wir werden uns schnell heimisch fühlen. Bamberg, Coburg und Bayreuth haben kulturell viel zu bieten.Es gab auch kritische Stimmen zu ihrer Bewerbung.Hohlmeier: Meine Kandidatur ist eine langfristige Entscheidung, das soll kein Trittbrett sein.Manche sagen, nach ihren Rücktritten als bayerische Kultusministerin und Vorsitzende der Münchner-CSU und den ganzen Streit wollten sie nun andernorts eine neue Karriere machen.Hohlmeier: Ich erzielte bei der Landtagswahl ein exzellentes Ergebnis und schaffte es von Platz zehn der Oberbayern-Liste auf den ersten Nachrückerplatz. Meine politische Karriere habe ich nie beendet, ich habe aus gesundheitlichen Gründen aufgehört. Ich bin eine Opfer meiner Lebensmittel-Unverträglichkeit geworden.Warum sind Sie eigentlich nicht in Oberbayern angetreten?Hohlmeier: Die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler ist hier eine feste Kandidatin. Es hat keinen Sinn, ihr Konkurrenz zu machen. Oberbayern ist mit Frau Niebler fachkompetent besetzt.Wollen Sie die CSU-Europaliste in Bayern anführen?Hohlmeier: Mir ist wichtig, dass Oberfranken vertreten ist. Die ersten sieben Plätze auf der Bayern-Liste gelten als sicher, einen dieser Plätze möchte ich belegen. Markus Ferber ist aktuell Führer der CSU-Europagruppe. Es spricht sehr viel für ihn.
Monika Hohlmeier wird 2009 eine Oberfränkin Politische Karriere nie beendet Kein Trittbrett
Peter Engelbrecht, RNT 15.12.2008 - 20:00 Uhr