Energiesparen extrem: Ältere und Geringverdiener können sich ihre Wohnung nicht mehr leisten Mieter werden raussaniert

Frank Schmälzle

BAYREUTH. Die gemeinnützigen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen in Bayreuth schlagen Alarm: Immer mehr Mieter stoßen an ihre finanziellen Grenzen. Die Fenster in den Wohnanlagen mögen dicht sein, die Heizungen neu – aber gerade Rentner und Geringverdiener können sich energetisch sanierte Wohnungen nicht mehr leisten.

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Die schöne Rechnung geht in vielen Fällen eben nicht auf: In sanierten Gebäuden sinken zwar die Nebenkosten - doch stärker noch steigen die Kaltmieten. Wohnungsunternehmen, die ihren Immobilienbestand energetisch sanieren, müssen die Kosten dafür auf die Mieten umlegen, um wirtschaftlich zu sein. „Viele Mieter gelangen dadurch langsam aber sicher an ihre Einkommensgrenzen“, erklärte Harald Müller von der Gemeinnützigen Bayreuther Wohnungsbaugenossenschaft (GBW) jetzt bei einem Zusammentreffen der gemeinnützigen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Hartmut Koschyk.

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Energieeinsparverordnung

GBW-Vorstand Markus Patrick Keil befürchtet durch die energetische Gebäudesanierung gar einen Verdrängungseffekt, der vor allem zu Lasten der Älteren in der Mieterschaft geht. „Zum Teil ist diese Verdrängung bereits Realität“, erklärte Keil auf Kurier-Nachfrage. Das Problem sieht er in der Energieeinsparverordnung aus dem Jahr 2009, das die Sanierungsstandards setzt. „Damit sind die Baupreise um 30 Prozent gesteigen und die höheren Sanierungskosten müssen Wohnungsunternehmen auf die Miete umlegen“, so Keil. Denn: „Wir können nur sozial sein, wenn wir auch wirtschaftlich gesund sind.“

Verschärft wird das Dilemma durch Richtlinien der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die unterstützt energetische Sanierungen zwar mit zinsgünstigen Darlehen. Aber: „Ich denke, dass man mit 70 oder 80 Prozent der Maßnahmen, die die KfW bei ihren Kreditvergaben verlangt, immer noch eine ordentliche Sanierung hinbekommen würde“, so der GBW-Vorstand.

INFO: Der Bauverein Bayreuth hat nach den Worten von Geschäftsführerin Julia Fick rund 2600 Mitglieder und einen Wohnungsbestand von rund 2000 Wohnungen. Die GEWOG Wohnungsbau- und Wohnungsfürsorgegesellschaft der Stadt Bayreuth verfügt über rund 3800 Wohnungen und ist damit im Stadtgebiet der größte Wohnungsvermieter, so Geschäftsführer Jürgen Kastner. Die GBW verwaltet circa 1600 Wohnungen, zur Geschäftstätigkeit gehört auch die Übernahme der Hausverwaltung für private Dritte und die Verwaltung von Eigentümergemeinschaften.

Den ausführlichen Berichten lesen Sie in der Wochenendausgabe des Kuriers.

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