Entsiegeln, begrünen, kühlen. Drei Worte, die nach Sommer klingen. Nach Hitze, nach Beton, nach der Suche nach Schatten. Bayreuth will hier einiges ändern.
Weniger Beton, mehr Bäume: Mit „Blau-Grünes Bayreuth“ fördert die Stadt Entsiegelung, Begrünung und Wassernutzung auf privaten Flächen. Ziel ist ein kühleres Stadtklima.
Entsiegeln, begrünen, kühlen. Drei Worte, die nach Sommer klingen. Nach Hitze, nach Beton, nach der Suche nach Schatten. Bayreuth will hier einiges ändern.
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Die Stadt will klimaneutral bis 2040 werdeb. Ein großes Ziel. Eines, das nicht nur den Ämtern viel Arbeit macht, sondern auch privaten Grundstücksbesitzern. Denn davon gibt es viele. Im Stadtteil St. Georgen liegt der Anteil dieser Flächen bei fast 50 Prozent.
Die Stadt kann dort nicht einfach eingreifen. Zu viel ist in privater Hand. Also versucht sie es anders. Mit Geld und Anreizen. Mit einem neuen Fördertopf: „Blau-Grünes Bayreuth“.
Die Idee kommt nicht von oben allein. Auch der „Bürgerrat Hitze Sankt Georgen und Burg“ hat sie angestoßen. Daraus wurde ein Programm. Entwickelt vom Stadtplanungsamt und dem Amt für Umwelt- und Klimaschutz. Unterstützt vom Stadtgartenamt und der Städtebauförderung. Seit dem 1. Mai ist die Richtlinie in Kraft. Das Ziel ist klar formuliert: Flächen entsiegeln. Grün schaffen. Kühlen – auch durch Wasser.
Was das konkret heißt, zeigt sich in den Projekten. Ein Vorgarten wird von Steinen befreit. Eine Einfahrt aufgebrochen. Ein Baum gepflanzt. Eine Fassade begrünt. Ein Dach verwandelt sich in eine kleine grüne Fläche. Urban Gardening. Pocket Parks. Zisternen, die Regenwasser sammeln.
Es geht nicht nur ums Aussehen. Es geht ums Klima. Um kühlere Luft. Um Wasser, das nicht sofort abfließt. Um Lebensräume für Pflanzen und Tiere mitten in der Stadt. Denn auch das ist Teil des Programms: die Aufenthaltsqualität. Mehr Schatten. Mehr Grün. Mehr Orte, an denen man bleiben möchte.
Gefördert wird das als Zuschuss. Genau heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt: „Stadtklima und Regenwasserrückhalt sollen durch diese Maßnahmen verbessert werden.“ Der Anreiz ist gewollt. Bürgerinnen und Bürger sollen aktiv werden, investieren und verändern.
Fast alle. Privatpersonen, Vereine, (Mieter-) Initiativen, Genossenschaften, Verbände, Unternehmen. Voraussetzung: Die Fläche liegt im Stadtgebiet. Das Geld wird nach dem Windhundprinzip vergeben. Wer zuerst kommt, bekommt den Zuschlag.
Nicht alles ist förderfähig. Maßnahmen, die ohnehin vorgeschrieben sind, zählen nicht. Wer nur Werbung für das eigene Unternehmen machen will, für den gibt es ebenfalls nichts. Dies besonders im Blick: Gartenbaubetriebe und Landschaftsplaner.
Der Antrag soll bald digital möglich sein. Auch schriftlich geht es. Ein Formular, ein Antrag, eine Adresse: das Stadtplanungsamt. Wer Fragen hat, kann eine E-Mail schreiben. Oder ins Neue Rathaus gehen und sich dort einen Flyer nehmen.
Und dann gibt es laut Pressemitteilung der Stadt Bayreuth noch eine zweite Ebene, bei der es mögliche Förderungen für größere Projekte gibt: Die Metropolregion Nürnberg und ihr Fonds für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung. Er springt ein, wenn ein Projekt groß genug ist. Unterstützt zusätzlich. Hier ist es auch möglich an einem Crowdfunding teilzunehmen und Geld in den Fördertopf zu geben. Dieses Geld fließt dann in die Umsetzung der bewilligten Maßnahmen.
Parallel dazu können sich Bürger auch selbst engagieren. Eine Initiative, ehrenamtlich organisiert. Dafür gibt es das Projekt „EhrenAmt für Umsetzung“. Sie beraten bei kleineren Entsiegelungsprojekten. Unabhängig von der Stadt, aber mit ähnlichem Ziel.
Und sie haben Bayreuth in einen Wettbewerb gebracht. „Abpflastern“. Städte zählen, wie viel Fläche sie innerhalb eines Jahres entsiegeln. Ein freundschaftlicher Wettstreit. Quadratmeter gegen Quadratmeter.