Sogar in Bayreuth war Mein Kampf schon einmal zu sehen, in den frühen 90ern, als Peer Schüssler und Peter Kampschulte dieses seltsame, ewige, unvergessliche Pärchen spielten: Schlomo Herzl und Adolf Hitler. Nun haben sie unter der Regie von Marcus Leclaire endlich Station gemacht in der Studiobühne, der jüdische, sozial unterprivilegierte Intellektuelle und der verkrampfte, asoziale Aufsteiger. Sie sind angekommen auch beim Publikum, das am Dienstagabend bei der Premiere der zweieinhalbstündigen Farce mit größter Spannung, mit Spaß an den jüdischen Witzen wie am jüdischen Witz des großen George Tabori zuschaute.